Libušín, Kulturdenkmal und Wallburg im Bezirk Kladno, Tschechische Republik.
Libušín ist eine frühmittelalterliche Burgwallanlage einen Kilometer südwestlich der Stadt Libušín, fünf Kilometer nordwestlich von Kladno, auf etwa 400 Metern Höhe. Die viergeteilte Anlage umfasst 12,3 Hektar auf einem Sporn zwischen den Schluchten des Svatojiřský und des Libušínský Bachs, mit bis zu 4,8 Meter hohen Erdwällen und der Georgskirche.
Archäologische Untersuchungen datieren die Gründung der Wallanlage in das zweite Drittel des 10. Jahrhunderts, frühestens unter Herzog Boleslav I., nicht ans Ende des 9. Jahrhunderts. Während der kurzen Besiedlungszeit wurde der Zugang von der Vorburg zur Akropolis geschlossen, wodurch sich die Anlage verkleinerte; die Befestigung verschwand wahrscheinlich spätestens im zweiten Drittel des 11. Jahrhunderts.
Der Chronist Kosmas verband den Burgwall im 12. Jahrhundert mit der sagenhaften Fürstin Libuše: Sie habe hier residiert, Prags künftigen Ruhm vorausgesagt und sei hier begraben worden. Ausgrabungen zeigen, dass im 6. bis 7. Jahrhundert, der Zeit der Sage, nur eine unbefestigte Siedlung bestand. Die Georgskirche liegt innerhalb des Burgwalls.
Das Gelände lässt sich am besten zu Fuß erkunden; festes Schuhwerk ist wegen des hügeligen Geländes empfehlenswert. Ein Besuch in den wärmeren Monaten ist angenehmer, da dann auch lokale Veranstaltungen stattfinden können.
Der Nordrand der Anlage wurde im 20. Jahrhundert durch den Schöller-Kohlebergbau gestört, dessen Abraumhalden das Gelände dort nahezu einebneten. Die steilen Hänge des Ortes erhoben sich einst bis zu 60 Meter über die benachbarten Täler.
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