Modlivý důl, Religiöses Heiligtum in Svojkov, Tschechische Republik
Modlivý důl ist ein Wallfahrtsort in einem bewaldeten Sandsteintal am Südwesthang des 538 m hohen Slavíček bei Svojkov, dessen unteres Ende im Dorf beginnt. Die in die Felswand gehauene Felsenkapelle ist ein geschütztes Kulturdenkmal der Tschechischen Republik; die umliegenden Türme der Svojkovské skály werden von Kletterern genutzt.
Das Tal, damals Smolný důl genannt, hieß nach den Meilern und Teeröfen der Köhler. 1704 hängte ein Knecht hier ein Bild der Jungfrau Maria und Jesu auf; 1760 hängte der Brauergehilfe Metzer aus der Svojkover Brauerei ein neues, geweihtes Bild auf, und Pilger berichteten von Wundern. Gräfin Cervelliová ließ 1772 eine hölzerne Kapelle errichten, und Ende des 18. Jahrhunderts ersetzte Gräfin Alžběta Kinská sie durch eine vom Svojkover Maurer Josef Sacher in den Fels gehauene Kapelle.
Die Kapelle ist Unserer Lieben Frau von Lourdes gewidmet und wurde 1903 auf Anordnung der Gräfin Kinská als Lourdesgrotte gestaltet. Ein Kreuzweg führt vom Svojkover Forsthaus aus, seit 2016 hängen dort Kopien der ursprünglichen Bilder. Jedes Jahr am 1. Mai wird hier eine Messe zum Beginn des Marienmonats gefeiert, mehrfach zelebriert von Bischof Josef Koukl.
Das Tal liegt zwischen Sloup v Čechách und Svojkov, 12 km nordöstlich von Česká Lípa; markierte Wege führen hindurch, darunter der rote Fernwanderweg E10 und der 11 km lange Weg 3953 von Zákupy. Ein markierter Abzweig steigt zum 538 m hohen Gipfel des Slavíček an, und die Sandsteintürme der Svojkovské skály über dem Tal werden von Kletterern genutzt.
Der Tal verdankt seinen Namen den Köhlern, die dort einst Holzkohle und Teer zur Herstellung von Radschmierstoff produzierten. Diese handwerkliche Tradition prägte das Gelände lange bevor es zum religiösen Wallfahrtsort wurde.
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