Pravý Hradec, Mittelalterliche Festung in Klecánky, Tschechische Republik.
Pravý Hradec ist eine frühmittelalterliche, einteilige Wallanlage auf einem Sporn der Zdibská tabule, etwa 300 mal 200 Meter groß und 5,8 Hektar umfassend. Der Ringwall ist als schwacher Erdwall mit vorgelagertem Graben erhalten; der nordwestliche Wall war 4,5 Meter breit, in Holz-Kammerbauweise errichtet, mit einer Trockenmauerfront aus Opuka und Břidlice und einem 15 Zentimeter starken Eichenrahmen.
Der Ort wurde in der frühmittelalterlichen Zeit besiedelt, wie Gräber aus dem 10. Jahrhundert zeigen, die bei archäologischen Grabungen entdeckt wurden. Die Wallanlage mit ihren Stein- und Holzkonstruktionen stammt aus dieser frühen slawischen Siedlungsphase.
Der Name Pravý Hradec unterscheidet die Anlage vom benachbarten Levý Hradec, dem traditionellen Fürstensitz; beide Burgen liegen einander über der Moldau gegenüber. Archäologen fanden hier ein slawisches Gräberfeld des 10. Jahrhunderts mit Gräbern hohen sozialen Ranges, weshalb der Platz heute in dieses Jahrhundert und nicht ins 12. datiert wird.
Die Stätte liegt auf dem Sporn Na Hradisku am Südwestrand von Klecany; der Nordteil wurde durch Steinabbau und die Bebauung der Stadt beschädigt. Der erhaltene Wall ist wenig ausgeprägt, davor liegt ein Graben, und die Spornenge ist etwa 100 Meter breit. Die Südwestseite fällt 40 Meter steil zur Moldau ab.
Von diesem Platz konnte man die Prager Burg deutlich sehen, was ihm strategische Bedeutung als Beobachtungsposten gab. Diese direkte Sichtlinie zu einem der wichtigsten Zentren der Region machte den Standort für frühmittelalterliche Machthaber wertvoll.
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