Synagoge, Kulturdenkmal in Nové Město, Čáslav, Tschechische Republik
Die Synagoge in Čáslav ist ein Gebäude im neumorischen Stil mit gerundeter Giebelform, entworfen von Wilhelm Stiassny 1899. Das Innere besticht durch bemalte Holzverkleidungen, dekorative Kapitelle und eine kunstvoll gestaltete Decke im zentralen Bereich.
Das Gebäude wurde 1899 für die blühende jüdische Gemeinde errichtet, die sich nach ihrer Emanzipation in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hatte. Nach 1939 verlor die Gemeinde ihre Nutzung und das Gebäude diente nachfolgend als Lager und später als städtische Kunstgalerie.
Das Innere im maurischen Stil bewahrt Ornamentmalereien, die hölzerne Kassettendecke und die Frauenempore mit 90 Plätzen. Im vorderen Bogen sitzt seit 2008 wieder ein Fenster mit Davidstern; die Türmchen an den Frontecken wurden unter der NS-Besatzung zerstört und nie wiederhergestellt.
Die Synagoge steht in der Masarykova-Straße nördlich des Jan-Žižka-Platzes im Viertel Nové Město. Sie ist ein geschütztes Kulturdenkmal und kein aktives Gotteshaus; Besuche richten sich nach der Stiftung Dagmar Lieblová, die das Gebäude für 25 Jahre pachtete und die Innenräume instand setzen ließ. Der jüdische Friedhof von Čáslav liegt anderswo.
Die Türmchen an den vorderen Gebäudeecken und der Davidstern im Hauptbogen wurden während der NS-Besatzung zerstört und nie wiederhergestellt. Ein Davidsternfenster wurde erst 2008 bei der Reparatur der Fassade wieder in den großen Bogen eingesetzt; seit 1988 ist das Gebäude als Kulturdenkmal geschützt.
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