Peruc Castle, Rokoko-Schloss in Peruc, Tschechische Republik.
Peruc ist ein Schloss im Marktflecken Peruc im Bezirk Louny, dessen heutige Gestalt aus einem Rokokoumbau von 1760 bis 1770 für die Familie Ledebur hervorgeht. Der barocke Umbau wurde von Antonio della Porta entworfen und dann von Pietro Paolo Columbani geleitet, in zwei Etappen, deren erste 1724 abgeschlossen war. Zum Areal gehören der angrenzende Park und die nahe neugotische Božena-Quelle.
Eine zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Jetřich von Peruc gegründete Feste ging an die Pětipeský über und wurde vor 1597 zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Antonio della Porta und Pietro Paolo Columbani leiteten einen 1724 abgeschlossenen Barockumbau, dem 1760–1770 unter den Ledebur eine Rokokoumgestaltung folgte.
Der Name des Schlosses ist mit dem Dorf Peruc verbunden, dessen Feste um 1300 von Jetřich von Peruc gegründet wurde. Im 19. Jahrhundert besuchte František Palacký hier seinen Freund František Daneš, und der Schriftsteller Svatopluk Čech verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Dorf; 1965 wurde im sogenannten Blauen Salon ein Gedenkraum für Čech eröffnet.
Der Südflügel, in dem Emil Filla von 1947 bis 1952 Wohnung und Atelier hatte, ist Gegenstand eines Streits zwischen der regionalen Galerie Benedikt Rejt und dem privaten Eigentümer, sodass der Zugang nicht gesichert ist. Das Schloss ist seit 2007 in Privatbesitz und stand jahrelang leer; vor einer Besuchsplanung sollte man den aktuellen Zustand prüfen.
Die Unterschutzstellung als Kulturdenkmal seit 1964 umfasst nicht nur das Gebäude, sondern auch den angrenzenden Park und die nahe neugotische Božena-Quelle (Boženina studánka). Seit 1989 gehört das Schloss der Gemeinde Peruc, die es 2007 verkaufte; die Reparaturkosten wurden damals auf 130 Millionen tschechische Kronen geschätzt.
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