Divadlo Viola, Kammertheater in Prag, Tschechien
Das Divadlo Viola ist ein Kammertheater in der Prager Altstadt, untergebracht im Hof des Jugendstilgebäudes Národní třída 7, das Osvald Polívka 1906–1907 für eine Versicherungsgesellschaft entwarf. Der Saal fasst 80 Plätze an Cafétischen.
Das Jugendstilgebäude in der Národní třída wurde 1906–1907 für eine Versicherungsgesellschaft durch den Architekten Osvald Polívka umgebaut. 1963 eröffnete Jiří Ostermann in der kleinen Weinstube die Poetická vinárna Viola, deren erstes Programm Komu patří jazz am 22. Juli 1963 Premiere hatte. Vladimír Justl leitete sie von 1965 bis 1992, als aus dem literarischen Kabarett das Divadlo Viola wurde.
Der Name stammt von der kleinen Weinstube, die Karel Majer 1963 Jiří Ostermann anbot, wo ein Geiger unter einer großen Leinwand mit Hradschin-Panorama spielte. Die Eröffnungsinszenierung Komu patří jazz vertonte Verse von Ginsberg, Ferlinghetti und Wosnessenski und erreichte 100 Wiederholungen. Allen Ginsberg besuchte sie während seines Prager Aufenthalts 1965.
Der Saal fasst 80 Plätze und liegt im Hof des ehemaligen Versicherungsgebäudes an der Národní třída; für das Finden des Eingangs von der Straße sollte man Zeit einplanen. Das Innere wurde 1988 restauriert; man sitzt an Tischen statt in Reihen.
Das Theater nutzt ein innovatives Konzept, bei dem die Zuschauer an nummerierten Tischen sitzen und gleichzeitig als Besucher eines Cafés fungieren. Dieses Arrangement schafft eine ungewöhnliche Nähe zwischen Publikum und Darstellern, die das traditionelle Theaterformat durchbricht.
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