Koloděje nad Lužnicí Castle, Renaissanceschloss in Koloděje nad Lužnicí, Tschechische Republik.
Das Schloss Koloděje nad Lužnicí ist ein Gebäude mit rechteckigem Grundriss, zwei Geschossen und einem mittleren Turm, das sich im Ortskern erhebt. Ein erhöhtes Erdgeschoss und zwei kurze Flügel prägen seine Renaissance- und Barockform.
Bis 1535 stand hier ein Gutshof mit Schenke, dann ließ Adam Čabelický von Soutice an seiner Stelle einen kleinen Renaissance-Sitz errichten, umgeben von einem von der Lužnice gespeisten Wassergraben. 1704 ging das Gut durch Versteigerung an Graf Václav Oktavián Kinský; seine Tochter Marie Alžběta brachte es als Mitgift in die Ehe mit František Karel Vratislav von Mitrovice ein, der den Sitz 1739–1741 zu einem Barockschloss umbauen ließ.
Die 1741 vom Architekten Jan Hybner angebaute Annakapelle birgt ein Fresko von 1744, Verherrlichung der Jungfrau Maria und der Heiligsten Dreifaltigkeit, von Jiří Vilém Neunhertz. Ihr Altarbild der heiligen Anna mit Maria und Kind stammt aus dem Umkreis der Nachfolger Petr Brandls, die Orgel von 1818.
Das Schloss steht etwa 3 Kilometer nördlich von Týn nad Vltavou und ist als Kulturdenkmal geschützt. Besucher sollten rechtzeitig anreisen, da die Lage im Dorf spezielle Aufmerksamkeit bei der Anfahrtsplanung erfordert.
1970 stürzte ein Militärflugzeug auf das Schlossdach. 1943 erlosch die männliche Linie der Vratislav z Mitrovic; das Gut wurde später verstaatlicht, diente als Museumsdepot und einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, bevor es restauriert und 2016 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde.
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