Augustiner-Chorherrenstift Sternberg, Augustinerkloster und Kulturdenkmal in Šternberk, Tschechische Republik.
Das Augustiner-Chorherrenstift Šternberk liegt auf einer Anhöhe neben der Kirche Mariä Verkündigung. Die Konventsgebäude mit Kreuzgang und der ehemaligen zweischiffigen Kirche wurden ab 1372 errichtet und in der ersten Hälfte der 1380er Jahre vollendet. Zwischen 1451 und 1461 erfolgte ein Wiederaufbau im Stil der Spätgotik, bis 1737 gestaltete der Brünner Architekt František Antonín Grimm den Komplex im hochbarocken Stil um.
Das Kanonikerstift wurde am 4. März 1371 von Albrecht von Sternberg gestiftet, damals Erzbischof von Magdeburg und Ratgeber Kaiser Karls IV., der vierzehn Chorherren aus Raudnitz an der Elbe unter Propst Wenzel berief. Die Konventsgebäude und die zweischiffige Kirche Mariä Verkündigung wurden Anfang der 1380er Jahre fertiggestellt, eine zweite Stiftung 1384 erhöhte die Zahl der Kanoniker auf 25. Hussitische Truppen brannten das Stift 1430 nieder; zwischen 1451 und 1461 wurde es im Stil der Spätgotik wieder aufgebaut, 1626 durch den Stadtbrand beschädigt und bis 1737 vom Brünner Architekten František Antonín Grimm im Stil des Hochbarock umgestaltet. 1775 wurde es aufgehoben, die alte Kirche bald darauf abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, der 1783 fertig war.
Das Musikleben des Stifts trug die Laienbruderschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit, die ab 1721 in der Kirche wirkte und Chormusik pflegte; nach ihrer Aufhebung blieb ein Archiv von 162 Bänden liturgischer Musik. Das Porträt des Gründers im Kapitelsaal malte Johann Christoph Handke, der 1737 auch den Bibliothekssaal ausmalte.
Das Klostergebäude wird seit April 2019 umfassend saniert, um seine architektonischen Elemente zu bewahren. Besucher sollten sich vorab informieren, welche Bereiche zugänglich sind, da Renovierungsarbeiten laufend durchgeführt werden.
Die Bibliothek des Stifts ist von Anfang an belegt; der Gründer schenkte ihm acht seltene Handschriften. 1737 entstand ein eigener Bibliothekssaal mit Fresken von Johann Christoph Handke; bei der Aufhebung 1784 umfasste sie 1178 Bände, meist aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Sternberger Pontifikale liegt heute in der Bibliothek des Klosters Strahov in Prag.
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