Obereignerova vila, Villa in Poděbrady III, Tschechische Republik
Die Obereignerova vila ist eine Villa im Stil der Neorenaissance und Secession, die durch den Umbau einer barocken Scheune in Poděbrady entstand. Sie hat freiliegendes Mergelsteinmauerwerk, ein Dach aus glasierten Ziegeln, gestufte Giebel, drei Dachgauben und in die Wände eingelassene Sandsteinreliefs. Im Erdgeschoss gibt es halbkreisförmig gewölbte Fenster mit Ziegeleinfassung.
Vojtěch Obereigner, ein in Poděbrady geborener Geometer und Mitautor des ersten Regulierungsplans der Stadt, ließ eine geerbte Barockscheune durch den Architekten Josef Fanta in eine Villa umbauen; Fanta fertigte um 1880 die ersten Zeichnungen an, 1898 war das Haus vollendet. Konservative Bürger kritisierten sein Aussehen, worauf Obereigner an der Fassade die Inschrift „Komu se nelíbí za moje na mým, ať sobě vystaví lépěji na svým.“ anbringen ließ. In der Ersten Republik hatte seine Tochter, die Malerin Milada Žáčková-Obereignerová, dort Atelier und Werkstatt.
Die Fassade trägt Sandsteinreliefs des Bildhauers Milan Havlíček und Schmiedearbeiten von Jan Mareš, mit Motiven aus der Familientradition: Madonna, der heilige Prokop, Jan Hus und ein Löwe mit Dornenkrone als Zeichen der österreichischen Unterdrückung der Tschechen. Medaillons zeigen Vorfahren von Marie Pokorná, der Frau des Bauherrn. Über dem Eingang steht «Komu se nelíbí za moje na mým, ať sobě vystaví lépěji na svým» – eine Antwort auf die konservativen Kritiker der Stadt.
Die Villa liegt in der Havlíčkova-Straße im Zentrum von Poděbrady, wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Sie ist ein Privatwohnsitz im Besitz der Nachkommen Obereigners; von der Straße aus sind nur das Äußere, die Gartenmauer und der Zaun zu sehen, das Innere ist nicht für Besucher geöffnet.
Die Fassade trägt eine tschechische Inschrift, die nach der Kritik konservativer Bürger angebracht wurde: „Komu se nelíbí za moje na mým, ať sobě vystaví lépěji na svým“ – wer nicht mag, was ich mit meinem Geld baute, solle sich selbst Besseres bauen. In die Opukamauern sind Sandsteinreliefs mit Madonna, hl. Prokop, Jan Hus und einem Löwen mit Dornenkrone eingelassen.
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