Church of Saint Leonard, Kirchenruine in Karlsbad, Tschechische Republik
Die Kirche St. Leonhard ist eine verfallene Saalkirche auf einer Anhöhe über dem verschwundenen Dorf Obora bei Karlovy Vary. Ihr rechteckiges Schiff misst 12,5 auf 10 Meter und schließt an einen quadratischen Chor von 8 auf 8 Meter an; die Bruchsteinmauern, mit Mörtel unter Beimischung von Karlsbader Sprudelstein gebunden, sind 120 cm dick. In den Ecken des Schiffs sind Fundamente zweier Seitenaltäre erhalten, und konische Portale führten im Norden zum Dorf und im Süden zum Friedhof.
Die Kirche wird erstmals 1246 erwähnt, als König Wenzel I. sie dem Kreuzherrenorden mit dem Roten Stern schenkte. Sie stand über dem verschwundenen Dorf Obora, das 1325 genannt wird; beide gingen Mitte des 14. Jahrhunderts an die neue Stadt Karlsbad über. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Pfarrei aufgehoben und nach Karlsbad verlegt, danach verfiel die Kirche zur Ruine.
1246 schenkte König Wenzel I. die Kirche dem Orden der Kreuzherren mit dem Roten Stern; Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Pfarrei aufgehoben und nach Karlsbad verlegt. Die ab 1989 durchgeführten Grabungen legten Dutzende Bestattungen in vier bis fünf Schichten frei, darunter eine junge Frau in Hockstellung mit gebundenen Gliedmaßen, sowie rund vierzig metallene Votivfigürchen von Tieren und Menschen.
Das Gelände liegt in einem geschützten Landschaftsgebiet und ist über markierte Wanderwege erreichbar, die von Karlovy Vary aus gut zugänglich sind. Besucher sollten angemessene Schuhe und Kleidung für Waldwanderungen tragen, da die Ruine inmitten der Natur liegt.
Der Mörtel der Bruchsteinmauern enthält Vřídlovec, den Karlsbader Quellsinter, worauf der Badeärzt David Becher 1722 hinwies. Derselbe Mörtel wurde in der Kirche St. Nikolaus unter dem Krudum-Berg gefunden. Die Grabungen von 1989 legten Dutzende Bestattungen in vier bis fünf Schichten und rund vierzig metallene Votivfigürchen frei.
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