Hlávkova kolej, Studentenwohnheim in der Neustadt, Prag, Tschechische Republik
Hlávkova kolej ist ein Studentenwohnheim im Renaissance-Revival-Stil in Prags Neustadt, das zwischen 1902 und 1904 erbaut wurde. Die Fassade zeigt aufwendig ausgeführte Sgraffito-Kunstwerke, Wappen verschiedener Provinzen und Inschriften, gekrönt durch eine Statue des Heiligen Wenzel über einem Erkerfenster.
Das Wohnheim wurde auf Initiative des Architekten Josef Hlávka gegründet, eines einflussreichen Intellektuellen, der sich für die Ausbildung benachteiligter Studenten einsetzte. Die Gründung in der frühen 1900er Jahre fiel in eine Zeit, als Tschechien seine nationale Identität nach Jahrhunderten unter österreichisch-ungarischer Herrschaft neu aufbaute.
Das Gebäude trägt den Namen seines Gründers und spiegelt die Überzeugung wider, dass Studenten aus ärmeren Verhältnissen Zugang zu würdevollem Wohnraum verdienen. Die Verzierungen an der Fassade mit Provinzwappen und Inschriften zeigen die Verbindung des Ortes zu verschiedenen Regionen des Landes.
Das Gebäude liegt nur wenige Minuten von der U-Bahn-Station Karlovo náměstí entfernt und ist daher gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es ist eine nationale Kulturdenkmäler, daher gibt es möglicherweise Einschränkungen beim Betreten oder Besichtigen, daher empfiehlt sich eine vorherige Information.
Der Gründer ließ die Küchen mit teuren Kupfergeschirr der Marke Rott ausstatten, was damals ein ungewöhnlich großzügiger Luxus für eine Studierendenunterkunft war. Dieser Kontrast zu seiner eigenen Sparsamkeit zeigt seinen besonderen Fokus auf die Würde und das Wohlbefinden der Bewohner.
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