Church of the Assumption of the Virgin Mary, Katholische Kirche in Nezamyslice, Tschechische Republik
Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Nezamyslice ist ein dreischiffiger, geosteter Bau mit verputzter Fassade aus lagigem Bruchstein, Strebepfeilern und rechteckigem Presbyterium mit Querhaus. Drei Pfeilerpaare teilen den Innenraum, das Hauptschiff ist nur einen halben Meter breiter als die Seitenschiffe. Über dem Schiff liegt ein spätgotisches Diamantgewölbe vom Anfang des 16. Jahrhunderts; vom romanischen Bau blieb der untere Teil des prismatischen Turms erhalten.
Nezamyslice wird erstmals 1045 als Eigentum des Benediktinerklosters Břevnov urkundlich erwähnt, das es von Herzog Břetislav erhielt. Die Kirche entstand im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts; der romanische Turmsockel ist erhalten. Um 1350 wurde der romanische Bau umgestaltet, um 1390 im Stil der Hochgotik umgebaut. Anfang des 16. Jahrhunderts erhielt das Schiff ein Diamantgewölbe, 1736 wurde der Turm erhöht und mit einem Pyramidendach versehen.
Die Kirche ist der Himmelfahrt der Jungfrau Maria geweiht und war lange dem Benediktinerkloster Břevnov unterstellt, das hier eine Propstei unterhielt. Die Wappen am steinernen Sanktuarium im Presbyterium erinnern an den Patron Půta Švihovský von Rýzmberk, unter dem das Schiff Anfang des 16. Jahrhunderts eingewölbt wurde. Die Grabkapelle des hl. Erasmus birgt die Grabplatten der Familie Lamberg.
Die Kirche steht auf einer Anhöhe nordwestlich des Zentrums von Nezamyslice, zusammen mit dem Friedhof, der Grabkapelle des heiligen Erasmus und dem Museum der Kirchen. Der Haupteingang liegt in der Westfassade und ist über fünf Stufen erreichbar. Das Erdgeschoss des Turms öffnet sich vom Presbyterium durch ein spitzbogiges Portal, das bei den Reparaturen Anfang der 1960er Jahre freigelegt wurde.
Der Seitenaltar birgt ein großes mystisches Kruzifixusgemälde, eine alte Kopie des berühmten Isenheimer Altars des deutschen spätgotischen Malers Grünewald. Im Presbyterium erinnern Wappen am steinernen Sakramentshaus an den Patron Půta Švihovský von Rýzmberk, unter dem das Diamantgewölbe des Schiffes Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden sein soll.
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