Festung Josefov, Militärfestung in Jaroměř, Tschechische Republik.
Die Festung Josefov ist eine ab 1780 errichtete Ziegelbastionsfestung an der Elbe und der Metuje bei Jaroměř, entworfen vom französischen Ingenieur Claude-Benoît Duhamel de Querlonde. Ihre Mauern umschließen 289 Hektar, und drei unterirdische Geschosse mit 45 km Gängen verlaufen durch kreidezeitliches Gestein. Die innere Stadt hat vier Tore und ein Raster aus identischen Häusern um die Garnisonskirche im Empirestil.
Kaiser Joseph II. ließ die Festung ab 1780 rund um das Dorf Ples errichten; die Arbeiten endeten 1787 nach Plänen des französischen Ingenieurs Claude-Benoît Duhamel de Querlonde. Leopold II. verlieh ihr 1792 den Namen Josephstadt. Belagert wurde sie nie, diente aber als Gefängnis für Hugo Kołłątaj und nach dem Januaraufstand für General Marian Langiewicz. 1888 verlor sie den Festungsstatus, 1948 wurde sie nach Jaroměř eingemeindet.
Die Garnisonskirche im Empirestil, 1805 begonnen und 1810 vollendet, beherrscht die ummauerte Stadt; entworfen wurde sie von Heinrich Hatzinger, Julius D'Andreis und Franz Joseph Fohmann. Die rechtwinklig angelegten Straßen säumen gleiche steinerne Häuser, und im neorenaissancezeitlichen Neuen Rathaus befindet sich heute ein Museum. Der Ort hieß zunächst Ples und wurde 1793 in Josefov umbenannt.
Etwa ein Kilometer der 45 km langen unterirdischen Gänge und Kasematten ist im Rahmen geführter Touren zugänglich. Im Neuen Rathaus im Neorenaissance-Stil befindet sich ein Museum. Die Straßen innerhalb der Mauern kreuzen sich im rechten Winkel, was die Orientierung nach den Toren erleichtert.
Die Festung beherbergt jedes Jahr ein großes Metal-Musikfestival, das Musiker und Fans aus ganz Europa anzieht. Dieses unerwartete Ereignis zeigt, wie historische Orte neue Bedeutung für zeitgenössische Kultur bekommen.
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