Bořeň, Erloschener Vulkan nahe Bílina, Tschechische Republik
Bořeň ist ein Phonolith-Felsberg südlich von Bílina mit 539 m hohem Gipfel. Seine steilen, zerklüfteten Wände erreichen bis 100 m Höhe und verleihen ihm die Form eines liegenden Löwen, daher der Name Biliner Löwe. Der Berg gilt als größter Klingsteinmonolith Mitteleuropas.
Der Phonolith-Lakkolith drang während des tertiären neovulkanischen Geschehens in kreidezeitliche Mergelschichten ein und wurde durch Frostverwitterung und Erosion als Felssuk freigelegt. Archäologische Funde der Únětice- und Knovíz-Kultur stammen vom Berg, und auf der Südwest-Schulter lag in 330–365 m eine vorgeschichtliche Siedlung. 1946 wurde das Gebiet erstmals geschützt, 1977 zum Nationalen Naturreservat erklärt und 2013 auf 65,37 ha erweitert.
Die Form des Berges erinnert an einen liegenden Löwen, daher die Bezeichnung Biliner Löwe. Johann Wolfgang von Goethe suchte den Borschen im Rahmen seiner vulkanologischen Studien auf und zeichnete ihn mehrfach. Die Kletterpioniere Gregor und Berthold von der Alpenvereinssektion Saaz stehen für die Felsgebilde Bertholdův prst und Řehořův komín Pate.
Ein grün markierter Rundweg führt von Bílina über den Berg, ein Abzweig hinauf zum Gipfel; der 1999 von Schülern des Bílinaer Gymnasiums angelegte Lehrpfad verläuft von der Chata pod Bořeňem zum Gipfel, seine A3-Tafeln wurden von der Bílinská přírodovědná společnost erneuert. Vom Gipfel reicht der Rundblick nach Norden über die Braunkohlentagebaue von Most, Bílina und Duchcov, nach Osten und Süden zu Hradišťany, Milá, Raná und Oblík.
Am 20. Juli 2019 errichtete eine Künstlergruppe einen einen Meter hohen Steinhaufen auf dem Gipfel, erhöhte die offizielle Höhe auf 540 Meter und brachte eine Metallplatte mit der neuen Zahl an. Die Aktion markierte den 50. Jahrestag der Mondlandung. Der Berg wird wegen seines Phonoliths und der ähnlichen Umgebung oft mit dem Devils Tower in Wyoming verglichen.
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