Jesuitenkolleg Jičín, Jesuitenkolleg in Jičín, Tschechische Republik
Das Jesuitenkolleg in Jičín ist ein dreigeschossiger frühbarocker Bau, der an die Kirche St. Ignatius von Loyola anschließt. Es bildet einen geschlossenen Vierflügelbau mit Nord- und Südflügel, die einen U-förmigen Vorhof schaffen. Die Räume im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss haben Tonnengewölbe mit Stichkappen, die Decken des zweiten Obergeschosses sind flach. Der Südflügel enthält die Michaelskapelle mit bemalter Holzdecke, der Westflügel einen zweigeschossigen Refektoriumssaal mit stuckgerahmten Gewölben.
Albrecht von Wallenstein holte 1622 die ersten Jesuiten nach Jičín, und ihre Residenz wurde 1625 zum Kolleg erhoben. Der Grundstein wurde am 6. Juni 1628 gelegt; Bauleiter war der Jesuit Šimon Pitz, der Entwerfer ist unbekannt, vielleicht Andrea Spezza, Giovanni Battista Pieroni oder Giovanni Battista Marini. Nach 1632 könnte Nicolò Sebregondi die Leitung übernommen haben. Nach Wallensteins Tod 1634 stockte der Bau und wurde 1659 vollendet.
Die alte gotische Jakobskirche wurde 1627 den Jesuiten übergeben und dem heiligen Ignatius von Loyola, einem Patron des Ordens, geweiht. Die Chronik des Kollegs umfasst die Jahre 1627–1636 aus der Feder des Studenten Bohuslav Balbín. Seit 2022 veranstalten der Verein Kolej v jednom kole und die Initiative Balbineum hier offene Werkstätten und Kulturveranstaltungen.
Ein Abschnitt des Komplexes beherbergt heute Ausstellungen, Aufführungen, Konzerte und Workshops, die während der laufenden Restaurierungsarbeiten öffentlich zugänglich sind. Besucher sollten beachten, dass nicht alle Gebäude gleichzeitig geöffnet sein können, daher ist es sinnvoll, sich vorher zu informieren.
Der Komplex wechselte mehrfach die Nutzer und diente nacheinander der kaiserlichen Armee, der tschechoslowakischen Armee und später sowjetischen Besatzungskräften. Diese wechselvolle Geschichte hat das Aussehen und die Struktur der Gebäude auf vielfältige Weise geprägt.
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