Avan Church, Alte Kirche im Avan-Bezirk, Armenien
Die Avan-Kirche, auch Katoghike Tsiranavor genannt, ist eine verfallene Kirche aus dem späten 6. Jahrhundert im Avan-Viertel von Jerewan. Sie hat einen vierpassförmigen Grundriss mit vier halbkreisförmigen Apsiden und runden Eckkammern; ihre Mauern sind noch 2–2,5 m hoch. Ein Vischap-Stein dient als Sturz über dem Westportal.
Die Kathedrale wurde zwischen 591 und 602 von Todosak errichtet, nachdem Kaiser Maurikios die chalcedonische Fraktion der armenischen Kirche unterstützt hatte. 593 wurde Johannes von Bagaran in Theodosiopolis zum Katholikos gewählt und nahm seinen Sitz in Avan, gegenüber dem perserfreundlichen Katholikos in Dvin. 602 nahm König Chosrau II. Avan ein, hob das Katholikat auf und machte die Anlage zu einem Kloster. Der Einsturz wird oft mit dem Erdbeben vom 4. Juni 1679 verbunden.
Die Westfassade trägt lange Inschriften beiderseits des Eingangs und einen kurzen Text auf dem Türsturz; in einer davon steht der Name „Yohan“. Im Inneren dient ein Vishap-Stein aus dem 3.–2. Jahrtausend v. Chr. als Sturz über dem Hauptportal. Eine hier gefundene zweisprachige armenisch-griechische Geheiminschrift des Katholikos Ezr (730er Jahre) ist das älteste bekannte Beispiel der Kryptographie in Avan.
Das Gelände ist relativ gut zugänglich und ermöglicht es, das alte Steinwerk und die Friedhofsfläche zu erkunden. Es ist hilfreich, bequeme Schuhe zu tragen, da der Boden uneben ist und längeres Gehen erforderlich ist.
Ein Vishap-Stein aus dem 3.–2. Jahrtausend v. Chr. dient innen als Sturz über dem Westportal. Toros Toramanian hielt die heute dachlose Kirche für einen Bau mit fünf Kuppeln, was sie zum frühesten bekannten Beispiel dafür machen würde.
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