Río Matanza-Riachuelo, Flusssystem in der Provinz Buenos Aires, Argentinien
Der Matanza ist ein Wasserlauf in der Provinz Buenos Aires, der sich über 64 Kilometer erstreckt und im unteren Abschnitt nahe dem Stadtteil La Boca seinen Namen in Riachuelo ändert. Das Flussbett durchquert städtische und industrielle Gebiete und mündet schließlich in den Río de la Plata an der südlichen Grenze der Hauptstadt.
Das Flussgebiet beherbergte im 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Gerbereien und Schlachthöfe, die eng mit der aufstrebenden Rinderzucht Argentiniens verbunden waren. Diese industrielle Entwicklung prägte das Ufer nachhaltig und führte zu massiver Wasserbelastung, die bis in die Gegenwart anhält.
Der Name stammt aus dem Jahr 1536, als spanische Eroberer in der Gegend eine Niederlage erlitten, und bedeutet wörtlich Schlachtung. Die Benennung erinnert bis heute an diese frühe und gewaltsame Episode der Kolonialgeschichte am Flussufer.
Die Ufer sind wegen der starken Verschmutzung durch Industrieabwässer für Freizeitaktivitäten nicht geeignet, weshalb Besucher ausreichend Abstand zum Wasser halten sollten. Der südliche Bereich bei La Boca bietet jedoch Aussichtspunkte, von denen man das Treiben auf den Flussschiffen beobachten kann.
Die Gewässer beherbergen fleischfressende Schildkröten, die sich an extrem niedrige Sauerstoffwerte angepasst haben und sich von Vögeln statt von Fischen ernähren. Diese Anpassung ermöglichte den Tieren das Überleben in einem Lebensraum, der für die meisten anderen Wassertiere unbewohnbar ist.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.