Mar Chiquita, Küstenlagune in der Provinz Buenos Aires, Argentinien
Mar Chiquita ist eine Küstenlagune in der Provinz Buenos Aires, die durch ein schmales Auslasstor mit dem Atlantik verbunden bleibt. Die Wasserfläche wandelt sich ständig durch Gezeiten und Strömungen, während Sandbänke und Dünen ihre Form über die Jahreszeiten hinweg verändern.
Die Lagune liegt 30 km nördlich von Mar del Plata. Zwischen 1968 und 1972 diente der Ort als Suborbital-Startplatz bei 37°45' S, 57°25' W, von dem acht Höhenforschungsraketen des Typs Arcas, zwei Raketen des Typs Orion-1 und eine Rakete des Typs Dragon gestartet wurden. Die UNESCO erklärte das Gebiet 1995 zum Biosphärenreservat, Argentinien 1998 zum Wildschutzgebiet mit 560,3 km2.
Der Name der Lagune, „Kleines Meer“, rührt daher, dass sie sich hinter der Dünenkette zu einem Binnenmeer weitet. Sechs Bäche speisen sie, darunter Vivoratá und Dulce aus der Tandilia-Kette, und die Mischung mit Atlantikwasser an der Mündung erhöht im Sommer den Salzgehalt. Am Südufer liegt ein Badeort mit 487 Einwohnern (2010).
Das Gebiet eignet sich gut zur Vogelbeobachtung, besonders während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst. Die Wege entlang der Ufer bleiben meist zugänglich, obwohl Windverhältnisse und Wasserstände die täglichen Bedingungen beeinflussen.
Salzgehalt und Wassertemperatur schwanken je nach Jahreszeit und Niederschlag, wodurch verschiedene Fischarten zu unterschiedlichen Zeiten anwesend sind. Manche Vögel aus der Antarktis folgen kalten Strömungen bis hierher und nutzen die Lagune als temporären Rastplatz.
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