Paraisópolis, Favela-Viertel in São Paulo, Brasilien
Paraisópolis erstreckt sich über steile Hänge neben dem wohlhabenden Viertel Morumbi und beherbergt etwa einhunderttausend Bewohner in dicht gedrängten Strukturen. Schmale Gassen schlängeln sich zwischen Häusern aus Ziegeln und Beton, während Stromleitungen sich über Dächer erstrecken und kleine Geschäfte ihre Türen direkt zur Straße hin öffnen.
Die Siedlung entstand in den 1950er Jahren, als Arbeiter aus dem Norden Brasiliens nach Süden zogen und Häuser auf unbebautem Land nahe dem wachsenden Stadtzentrum von São Paulo errichteten. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Viertel kontinuierlich, während neue Migranten sich niederließen und die Gemeinde sich trotz fehlender formaler Anerkennung organisierte.
Der Name bedeutet wörtlich Paradiesstadt und steht im Gegensatz zur wirtschaftlichen Situation, die viele Bewohner teilen. Lokale Radiosender und Gemeinschaftszentren organisieren Aktivitäten für Kinder und Erwachsene, während die Bewohner ihre eigenen sozialen Systeme entwickelt haben, um Nachbarn bei Bedarf zu unterstützen und gemeinsame Probleme zu lösen.
Die steilen Straßen können bei Regen rutschig werden, daher sollten Besucher festes Schuhwerk tragen und vorsichtig gehen. Die meisten Einrichtungen wie Schulen, Lebensmittelgeschäfte und ein Kunstrasenplatz liegen in Gehweite von zentralen Bereichen des Viertels.
Ein Foto von 2004 erregte weltweite Aufmerksamkeit, indem es die Häuser der Favela direkt neben einem Luxusgebäude in Morumbi mit Swimmingpools auf jeder Etage zeigte. Diese visuelle Darstellung von Ungleichheit wurde zu einem ikonischen Bild brasilianischer Stadtentwicklung und wird häufig in Diskussionen über soziale Kontraste verwendet.
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