Castelinho da rua Apa, Historisches Gebäude in Santa Cecília, Brasilien.
Das Castelinho da Rua Apa ist ein dreigeschossiges Haus aus Stein und Stuck von 1912, dessen Mittelturm über eine flache Dachlinie ragt. Unten liegt ein zurückgesetzter Eingang mit weißer Paneeltür, darüber ein Balkon mit dunklem Eisengeländer; zwei runde Öffnungen durchbrechen den Turm. Hohe Bogenfenster rahmen die Mitte, schwarze Graffiti bedecken die linke Wand.
Die Familie Dos Reis ließ das Haus 1912 nach dem Vorbild französischer Schlösser errichten. Der Vater, Virgilio Guimarães dos Reis, starb zwei Monate vor dem 12. Mai 1937, als Maria Cândida, 73, und ihre Söhne Álvaro, 45, und Armando, 43, erschossen neben einer 9-mm-Pistole Parabellum aufgefunden wurden. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt; das Anwesen ging an die Bundesregierung über.
Der Name "Castelinho" bedeutet "kleines Schloss" und geht auf das französische Schlossvorbild zurück, das die Familie Dos Reis 1912 wählte. Seit 1996 hält die NGO Clube das Mães do Brasil, gegründet von Maria Eulina dos Reis Hilsenbeck, die Nutzungskonzession; im Nebengebäude werden Erzeugnisse der betreuten Menschen verkauft. Die nie geklärten Schüsse von 1937 brachten das Haus in Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen und den Ruf, es spuke dort.
Das Gebäude steht an der Kreuzung von Rua Apa und Avenida General Olímpio da Silveira und ist heute ein Zentrum für Sozialarbeit. Die NGO Clube de Mães betreibt hier verschiedene Hilfsprogramme für die lokale Gemeinschaft.
Nach den Todesfällen erkannte ein neues Bundesgesetz Neffen nicht mehr als rechtmäßige Erben an, was zur Beschlagnahme der Immobilie führte. Dieser Rechtsfall trug zur späteren Umgestaltung des brasilianischen Erbrechts bei und machte das Gebäude zu einem ungewöhnlichen Beispiel für Eigentumsübergang durch Gesetzesänderung.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.444 Mitwirkenden weltweit.