Itumbiara-Stausee, Staudamm und Wasserkraftwerk am Fluss Paranaíba zwischen Goiás und Minas Gerais, Brasilien
Der Itumbiara-Staudamm ist ein 7.000 m langer und 106 m hoher Erdschüttdamm am Fluss Paranaíba mit einer Hochwasserentlastung und einem Maschinenhaus aus Beton. Seine Hochwasserentlastung hat sechs Wehrklappen von je 15 m Breite und 9 m Höhe, und das 223 m lange und 25 m breite Maschinenhaus beherbergt sechs Francis-Turbinengeneratoren mit je 347 MW. Der Beton ist grau und verwittert, mit dunklen vertikalen Streifen an den Pfeilern.
Studien eines US-kanadisch-brasilianischen Konsortiums von 1963 bis 1965 wählten den Standort; die ursprünglich geplante geringere Höhe wurde erhöht, was die Leistung verdoppelte und zwei flussaufwärts gelegene Dämme überflüssig machte. Die Arbeiten begannen im November 1974, der Paranaíba wurde am 1. September 1976 umgeleitet, der Stausee ab 1. Oktober 1979 geflutet. Fertigstellung im April 1980, mit 97 % brasilianischen Firmen und 90 % brasilianischen Lieferungen.
Der Stausee überflutete 778 km² zwischen Itumbiara in Goiás und Araporã in Minas Gerais; Kraftwerk und See liegen also an der Grenze zweier Bundesstaaten. Nach Angaben des Netzbetreibers ONS speichert der See 7,89 % des speicherbaren Volumens des Systems Südost/Zentralwest. Der Name Itumbiara stammt aus dem Tupi und bezeichnete einen Wasserfall oder eine Stromschnelle, die der Damm ersetzte.
Der Staudamm liegt am Rio Paranaíba zwischen Itumbiara (Goiás) und Araporã (Minas Gerais) und ist von beiden Gemeinden aus erreichbar. Die Betonhochwasserentlastung hat sechs Verschlüsse von je 15 m Breite und 9 m Höhe bei 16.000 m³/s Abflussvermögen; die Krone liegt 106 m über dem Flussbett. Der Stausee bedeckt bis zu 778 km².
Die Anlage wurde 1997 auf ferngesteuerten Betrieb umgestellt, wobei ein zentraler Kontrollraum Hunderte Kilometer entfernt die Stromerzeugung überwacht. Dieses System erlaubt es, den Betrieb effizienter und mit weniger Personal vor Ort zu verwalten.
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