Church of Our Lady of Mount Carmel, Kolonialkirche in Diamantina, Brasilien.
Die Kirche Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel hat einen einzelnen Turm an der Rückseite des Gebäudes, eine für die Region ungewöhnliche Lösung. Ihr Frontispiz folgt der traditionellen Bauweise aus Holz und Lehm, mit einem vorspringenden Gesims, das sich um ein Oculus biegt, und einem rechteckigen Giebel, der von Voluten flankiert und von einem kleinen Ziegelgiebel und einem Kreuz bekrönt wird. Die Decke des Chorraums (1766) zeigt die Jungfrau, die dem heiligen Simon Stock das Skapulier überreicht.
Das Gebäude stammt aus der kolonialen Periode, als Diamantina ein wichtiges Zentrum für den Diamantenabbau war und religiöse Gebäude das Zentrum des sozialen Lebens bildeten. Die Anerkennung als nationales Kulturerbe kam 1940, was die Bedeutung des Bauwerks für die brasilianische Architekturgeschichte unterstreicht.
Die Drittordensgemeinschaft Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel wurde hier am 22. März 1759 gegründet, nachdem in Ouro Preto professe Brüder darum gebeten hatten, im Arraial do Tejuco einen eigenen Orden bilden zu dürfen. Der erste, am 10. April 1759 gewählte Vorstand wurde von Prior João Fernandes de Oliveira geleitet, der die Kirche auf eigene Kosten errichten ließ und sie dem Orden mit Urkunde vom 6. Juli 1765 schenkte.
Die Kirche befindet sich im Zentrum von Diamantina und ist leicht zu Fuß erreichbar, wenn man die historischen Gassen der Stadt erkundet. Besucher können das Gebäude normalerweise tagsüber betreten und sollten angemessene Kleidung tragen, um die religiöse Bedeutung des Ortes zu respektieren.
Der einzige Turm steht an der Rückseite der Kirche statt an der Fassade, eine für die Sakralarchitektur der Region ungewöhnliche Lösung. Die 1766 bemalte Decke des Chorraums zeigt die Jungfrau, wie sie dem heiligen Simon Stock das Skapulier überreicht, in Grautönen mit kleinen Goldakzenten, die an Goldschmiedearbeit erinnern.
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