Santuário Nacional de São José de Anchieta, Kolonialkirche in Anchieta, Brasilien.
Das Santuário Nacional de São José de Anchieta besteht aus der Kirche Nossa Senhora da Assunção und den erhaltenen Flügeln der ehemaligen Jesuitenresidenz, an einem Hang über dem Rio Benevente in Anchieta, Espírito Santo. Die Kirche wurde 1579 aus Stein und Kalk errichtet; die Residenz diente später als Rathaus, Gefängnis und Gericht, ihr Innenhof im 19. Jahrhundert als Friedhof der Stadt.
Die Kirche entstand im späten 16. Jahrhundert, als der Jesuit José de Anchieta in dieser Küstenregion missionierte und Gemeinden im Lesen und im katholischen Glauben unterrichtete. Nach seinem Tod wurde der Ort zu einem Wallfahrtszentrum, das schließlich zum Status eines nationalen Heiligtums erhoben wurde.
Der Name Reritiba, des Dorfes, in dem die Anlage steht, lebt im lokalen Gebrauch fort; 1759 wurde der Ort zur Vila de Benevente erhoben und heißt heute Anchieta. Das 1965 dort gegründete Nationalmuseum São José de Anchieta bewahrt alte liturgische Geräte der Kirche und Gegenstände aus dem früheren Dorf, die Besucher zusammen mit Kirche und Wohnhaus sehen können.
Die Anlage liegt an einem Hang über dem Rio Benevente, erreichbar über eine Steigung vom Zentrum von Anchieta. Kirche und ehemalige Jesuitenresidenz stehen nebeneinander; in der Residenz ist seit 1965 das Museu Nacional São José de Anchieta untergebracht. Der Innenhof und Teile des Süd- und Westflügels dienten als Friedhof der Stadt.
José de Anchieta, zu dessen Ehren das Heiligtum errichtet wurde, sprach mehrere indigene Sprachen und verfasste religiöse Texte auf Tupi, der damals in der Region am weitesten verbreiteten Sprache. Diese Texte gelten heute als die frühesten schriftlichen Dokumente in einer indigenen Sprache Brasiliens.
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