Santuário Nacional de São José de Anchieta, Kolonialkirche in Anchieta, Brasilien.
Das Santuário Nacional de São José de Anchieta ist eine Kolonialkirche in der kleinen Küstenstadt Anchieta im Bundesstaat Espírito Santo, erbaut im portugiesischen Baustil des 16. Jahrhunderts. Das Gebäude besitzt dicke weiß getünchte Steinmauern, einen schlichten Glockenturm und ein von geschnitzten Holzaltären dominiertes Inneres.
Die Kirche entstand im späten 16. Jahrhundert, als der Jesuit José de Anchieta in dieser Küstenregion missionierte und Gemeinden im Lesen und im katholischen Glauben unterrichtete. Nach seinem Tod wurde der Ort zu einem Wallfahrtszentrum, das schließlich zum Status eines nationalen Heiligtums erhoben wurde.
Im Inneren sind handgeschnitzte Holzaltäre zu sehen, die von einheimischen Handwerkern unter Anleitung portugiesischer Missionare gefertigt wurden. Die bemalten Heiligenfiguren und die Blattgoldverzierungen zeigen, wie religiöse Vorbilder aus Europa in lokaler Arbeit umgesetzt wurden.
Das Heiligtum ist das ganze Jahr über geöffnet und am ruhigsten frühmorgens oder am späten Nachmittag, wenn keine Gottesdienste stattfinden. Für den Besuch empfiehlt sich dezente Kleidung, da aktiver Gottesdienst die gesamte Woche über stattfindet.
José de Anchieta, zu dessen Ehren das Heiligtum errichtet wurde, sprach mehrere indigene Sprachen und verfasste religiöse Texte auf Tupi, der damals in der Region am weitesten verbreiteten Sprache. Diese Texte gelten heute als die frühesten schriftlichen Dokumente in einer indigenen Sprache Brasiliens.
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