San Pedro prison, Gefängniskomplex in La Paz, Bolivien.
San Pedro ist ein Gefängniskomplex in La Paz, Bolivien, wo Insassen ihre Zellen kaufen und verkaufen und täglich Aufgaben wie Wartung, Verkauf und Handwerk ausüben. Die Anlage besteht aus mehreren Ebenen und Abschnitten, in denen Gefangene nach Einkommensschichten wohnen.
Der Bau folgte einem Architekturwettbewerb im Jahr 1850 und wurde 1895 nach der Beschaffung der erforderlichen Mittel fertiggestellt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Einrichtung zu einem selbstverwalteten System mit gewählten Vertretern aus den Reihen der Insassen.
Der Name geht auf den heiligen Petrus zurück, der in der katholischen Tradition auch als Hüter der Schlüssel gilt. Heute führen Gefangene kleine Werkstätten oder Läden, in denen sie Kunsthandwerk und Waren an Besucher aus anderen Häftlingsvierteln verkaufen.
Besuche sind stark eingeschränkt und werden von bolivianischen Behörden kontrolliert, wobei nur genehmigte Personen Zugang erhalten. Neue Ankömmlinge handeln Zellenpreise aus, die je nach Größe, Lage und Zustand stark schwanken können.
Acht voneinander getrennte Sektionen werden jeweils durch gewählte Insassenkomitees verwaltet, die Budgets festlegen und Disziplinarmaßnahmen durchsetzen. Familien dürfen mit inhaftierten Angehörigen zusammenleben, was Kinder einschließt, die innerhalb der Mauern aufwachsen.
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