Palácio Anchieta, Regierungspalast im Stadtteil Cidade Alta, Vitoria, Brasilien.
Der Palácio Anchieta ist ein langer, symmetrischer gelber Bau mit drei Hauptgeschossen, gekrönt von einem zentralen Giebel mit einem gemeißelten Adler. Helle Pilaster gliedern die Fassade, deren rechteckige Fenster weiße Rahmen und dunkle Scheiben haben; die Fenster im Erdgeschoss sind mit Läden versehen. Ein Balkon mit weißer Balustrade springt über einem bogenförmigen, von Säulen flankierten und von drei Fahnen bekrönten Eingang hervor, und eine breite doppelte Freitreppe mit weißen Balustern führt in zwei Läufen zum Betrachter hinab. Vor dem Bau steht ein weißer Brunnen mit einer sitzenden weiblichen Figur.
Die Jesuiten begannen den Komplex 1551 unter Pater Afonso Brás; ein Brand zerstörte 1570 die erste Kirche São Tiago, worauf am selben Ort ein Steinbau entstand. Nach der Vertreibung der Jesuiten 1757 fiel der Besitz an die Krone, und erst 1798, zwei Jahre nach einem Brand, der das Kircheninnere zerstörte, wurde das Gebäude wiederhergestellt und in Regierungspalast umbenannt.
Das Gebäude wird mit dem Namen des Jesuitenpaters José de Anchieta verbunden, dessen Wirken in der Region bis heute nachwirkt und in den Räumen des Palasts präsent ist. Besucher können in den Hallen die Spuren dieser historischen Verbindung erkennen und mehr über die frühe Bildungsarbeit und die Beziehungen zwischen Europäern und Ureinwohnern erfahren.
Besucher finden das Gebäude am Praça João Climaco im Stadtzentrum, wo es leicht zu Fuß erreichbar ist und Zugang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Cidade Alta bietet. Die Räume sind für Besichtigungen vorbereitet, daher sollte man sich vorab über aktuelle Öffnungszeiten informieren.
Der Palast bewahrt als Reliquie ein Stück des Schienbeins des heiligen José de Anchieta; bei Bauarbeiten fand man zudem Leichname, vermutlich von Adligen, auf dem Gelände. Er ist der einzige Jesuitenbau der Kolonialzeit mit zwei Glockentürmen und einer Uhr und eines von vier Gebäuden in Brasilien, die die Sgraffito-Technik anwenden, eine maurische Methode des 16. Jahrhunderts.
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