Church of Our Lady of Chains, Kolonialkirche in Penedo, Brasilien
Die Kirche Unserer Lieben Frau von den Ketten ist eine katholische Kirche in Penedo, Alagoas, erbaut von 1764 bis um 1790. Ihre Ausstattung verbindet Barock, Rokoko und Klassizismus, mit portugiesischen Azulejos aus der Kaiserzeit und englischem Keramikboden. Geschnitzter Hochaltar, Triumphbogen, Baldachine und Kanzeln treten hervor, ergänzt durch kleine portugiesische Figuren im Krippenstil.
Mitte der 1720er Jahre stand hier bereits eine kleine Kapelle, die Bewohner des linken Ufers des Rio São Francisco zum Schutz vor dessen Strömungen errichtet hatten; sie stürzte später ein. Die heutige Kirche wurde 1764 von Kapitän-Mor José Gonçalo Garcia Reis begonnen und um 1790 von Kapitän André de Lemos Ribeiro aus der Familie Lemos vollendet. Sie ist beim IPHAN als Kulturerbe eingetragen.
Der Name verweist auf Nossa Senhora da Corrente, eine im katholischen Liturgiekalender unbekannte Andacht; eine Deutung führt ihn auf die Wohltäterin Ana Felícia da Corrente zurück, eine andere auf den Gründer José Gonçalo Garcia Reis, der mit einem Stück der Kette seiner portugiesischen Haft in Penedo ankam. Kleine portugiesische Figuren im Krippenstil gehören zum Bestand.
Die Kirche steht im historischen Zentrum von Penedo am linken Ufer des São-Francisco-Flusses. Der während der abolitionistischen Bewegung genutzte Geheimgang lag für Eintretende rechts neben dem Hauptaltar; dort hielten sich Sklaven drei bis vier Tage auf, bevor sie zum Quilombo der Palmares in der Serra da Barriga, heute União dos Palmares, flohen.
In Penedo ist die Erzählung verbreitet, die Kirche habe neben dem Altar einen geheimen Raum besessen, in dem entflohene Sklaven drei bis vier Tage versteckt wurden, bis sie einen gefälschten Freibrief erhielten und zum Quilombo dos Palmares in der Serra da Barriga fliehen konnten.
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