Kapelle St. Johannes der Täufer, Portugiesische Kolonialkirche in Cidade Velha, Belém, Brasilien.
Die Kirche St. Johannes der Täufer am Líbano-Platz in Belém hat einen Grundriss aus zwei überlappenden Quadraten: Das größere bildet ein unregelmäßiges achteckiges Schiff, das kleinere den Hauptchor. Ihre achteckige Kuppel mit schmalen Fenstern in vier Feldern ist eine der wenigen der lokalen Architektur. Zwei Altäre stehen an den breiteren Seiten des Schiffs.
Die erste Kirche an diesem Ort war ein 1622 auf Befehl des Kapitän-Majors Bento Maciel Parente errichteter Bau aus Stampflehm mit Strohdach. 1686 in Lehm neu gebaut, wurde sie 1714 die einzige Pfarrkirche von Belém und diente von 1721 bis 1755 als Kathedrale und Sitz der ersten drei Bischöfe von Pará. Der heutige Bau nach Plänen von Giuseppe Antonio Landi wurde 1772 begonnen und am 24. Juni 1777 vollendet. Spanische Augustinermönche wirkten hier von 1899 bis 1959; eine von der Architektin Elizabeth Soares geleitete Restaurierung wurde im November 1996 feierlich abgeschlossen.
Der Name São Joãozinho, kleiner Johannes, unterscheidet die Kirche vom großen São João Batista. Im Inneren zeigen zwei 1774 in Lissabon gemalte Leinwände von Francisco de Figueiredo die Pilgerfahrt und die Enthauptung des Heiligen; ein drittes Bild ist verloren. Die Trompe-l'œil-Malereien ahmen rosa und grünen Marmor nach und fügen Nischen, Balustraden und nicht vorhandene Fenster hinzu.
Die Kirche steht am Líbano-Platz, auch Largo de São João genannt, im Viertel Cidade Velha, nahe der alten Kathedrale. Ihr unregelmäßig achteckiges Schiff und die zentrale Kuppel, eine der wenigen der lokalen Architektur, machen sie zu Fuß gut erkennbar. Das Gebäude steht unter dem Schutz des IPHAN.
Das Gebäude enthält Quadratur-Malereien, eine spezialisierte Technik aus Bologna, die durch natürliches Licht und präzise Komposition optische Tiefe erzeugt. Diese Kunst verschmilzt gemalte Architektur mit den echten Strukturen des Raums auf raffinierte Weise.
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