Flavia Solva, Römische Ausgrabungsstätte in Wagna, Österreich.
Flavia Solva liegt auf freiem Feld bei Wagna am Westufer der Mur. Die Grabungen haben rund 40 rechteckige Insulae von etwa 60 auf 70 Metern freigelegt, getrennt durch etwa 6 Meter breite Kiesstraßen, mit Steinbauten im Zentrum und Häusern aus Holz und Lehm an der Peripherie. Heute sind nur wenige Fundamente sichtbar, darunter ein durch ein Glasdach geschützter Hypokaustenboden; ein Pavillon auf Stelzen mit einer Konditorei überbaut einen Teil des Geländes.
Um 15 n. Chr. entstand am Westufer der Mur eine keltisch-römische Siedlung aus Holzbauten, als Noricum noch ein Protektorat war. Um 70 n. Chr. erhob Vespasian den Ort zum Municipium, benannt nach seiner flavischen Familie; die alte Siedlung wurde eingeebnet und nach einem Rasterplan neu errichtet. Die Stadt wurde 166 bei den Markomanneneinfällen zerstört, unter Commodus wiederaufgebaut und Anfang des 5. Jahrhunderts aufgegeben.
Das archäologische Museum zeigt über tausend Objekte aus römischer Zeit, darunter Haushaltsgegenstände, religiöse Gegenstände und Bauelemente, die bei Ausgrabungen gefunden wurden. Diese Sammlung vermittelt einen Eindruck davon, wie das tägliche Leben der römischen Bewohner aussah.
Am Rand von Wagna sind nur wenige Fundamente sichtbar, teils überbaut von einem Pavillon auf Stelzen, in dem eine Konditorei und ein Eissalon untergebracht sind. Die Reste der Fußbodenheizung eines römischen Hauses schützt eine gläserne Überdachung, und Metallschächte im Boden kennzeichnen den Verlauf von Mauern und Häuserblocks. Im Innenhof von Schloss Seggau bei Leibnitz sind zahlreiche römische Grabsteine zu sehen.
Das Gelände beherbergt die Reste eines etwa 80 Meter langen Holzamphitheaters, der einzigen bekannten Amphitheaterstruktur dieser Art in der römischen Provinz Norikum. Dieses seltene Zeugnis ermöglicht Besuchern einen Einblick in weniger häufig erhaltene Bauwerkstechniken der Römer.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.185 Mitwirkenden weltweit.