Palast Hohenems, Renaissancepalast in Hohenems, Österreich.
Palast Hohenems ist ein Renaissancebau in der Stadt Hohenems mit symmetrischen Flügeln, großzügigen Sälen und ornamentaler Steinbearbeitung an den Fassaden. Das Gebäude besteht aus mehreren Ebenen mit darin liegenden Innenräumen und einem äußeren Geviert.
Kardinal Mark Sittich III. von Hohenems beauftragte den italienischen Architekten Martino Longhi den Älteren mit dem Bau des Palastes; der Rohbau entstand zwischen 1562 und etwa 1567, eine Decke trägt die Jahreszahl 1565. Graf Kaspar von Hohenems erweiterte ihn 1603–1610. 1840 wurde er zur Kaserne umfunktioniert, ab 1882 richtete Graf Clemens Waldburg-Zeil ihn als Wohnsitz wieder her. Ein Brand 1947 beschädigte das Gebäude und die dort eingelagerte Sammlung Lanckoroński; rund 120 Kunstwerke gingen verloren.
Der Palast trägt den Namen der Grafen, die ihn erbauten; hier wurden zwei um 1220 geschriebene Handschriften des Nibelungenliedes gefunden, wobei der Arzt Jacob Hermann Obereit die Handschrift C wiederentdeckte. Heute nutzen ein Restaurant und Veranstaltungsräume der Palast Gastronomie GmbH Teile des Baus, in dem die Familie Waldburg-Zeil weiterhin wohnt.
Der Palast ist Privateigentum der Familie Waldburg-Zeil, die ihn bewohnt; die Innenräume sind daher kein Museum. Im Gebäude befinden sich ein Restaurant und Veranstaltungsräume. Von der Straße aus sieht man die weiße L-förmige Fassade, den Hof und die hohe Zypresse.
Im Palast wurden zwei Handschriften des Nibelungenliedes gefunden, bekannt als A und C. Die Handschrift C entdeckte der Lindauer Arzt Jacob Hermann Obereit wieder, den der Zürcher Gelehrte Johann Jakob Bodmer auf Burgen und Klöster am Bodensee verwiesen hatte. Ein alemannischer Schreiber hatte den Text um 1220 nach einer älteren bayerischen Vorlage geschrieben.
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