Berglitzl, Archäologische Stätte in Langenstein, Österreich
Berglitzl ist eine archäologische Stätte bei Langenstein an der ehemaligen Ostflanke der Mündung des Flusses Gusen in die Donau. Der Ort zeigt eine im Westen schroff abfallende Granitsteinwand und eine sanft abfallende Flanke aus Löss und Schwemmsedimenten im Osten und Südosten; er erstreckt sich etwa 150 Meter von Norden nach Süden und etwa 90 Meter von Westen nach Osten.
Der Ort wurde vom Mesolithikum bis ins 10. Jahrhundert n. Chr. genutzt. Auf der Kuppe wurde eine Granitsteinpflasterung aus dem Jungpaläolithikum (Aurignacien) angelegt, die später von einer bis zu 2 Meter dicken Lössschicht überdeckt wurde. Grabungen ab 1965 unter Ämilian Kloiber, später unter Vlasta Tovornik und Manfred Pertlwieser, legten einen mesolithischen Werkplatz und ein frühmittelalterliches Gräberfeld mit 90 Bestattungen frei.
Der Name Berglitzl bezeichnet einen Ort, der rund fünftausend Jahre lang, vom Mesolithikum bis ins 10. Jahrhundert n. Chr., als Heiligtum diente. Die Lengyel-Kultur legte Feuer- und Depotstellen in einer gekrümmten Linie entlang der einstigen Donauuferzone an, die durch massive Felssteinsetzungen befestigt war. In der frühen Bronzezeit wurden Opferschächte in gleicher Richtung am selben Ort gegraben, und bis ins 10. Jahrhundert legte man dort ähnliche Gruben an, die mit dem Gräberfeld des 8. und 9. Jahrhunderts in Verbindung stehen.
Die Berglitzl ragt bei Hochwasser als inselartige Erhöhung etwa 13 Meter über das ebene Gelände südlich von Gusen; im Westen fällt eine Granitsteinwand schroff ab, im Osten und Südosten senken sich sanfte Hänge aus Löss und Schwemmsedimenten. Sie liegt am Nordufer der Donau, rund 3 km Luftlinie vom ehemaligen römischen Legionslager Lauriacum am gegenüberliegenden Ufer. Die Kuppe misst etwa 150 Meter von Norden nach Süden und 90 Meter von Westen nach Osten.
Die Berglitzl liegt exakt auf der Verbindungslinie zwischen den Pfarrkirchen von St. Georgen an der Gusen und Enns und diente vermutlich seit prähistorischer Zeit als Orientierungspunkt bei einem Landeplatz am nördlichen Donauufer. Das römische Legionslager Lauriacum lag nur etwa 3 km Luftlinie entfernt am anderen Ufer.
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