Czartoryski-Schlössel, Palast im Bezirk Währing, Wien, Österreich
Das Czartoryski-Schlössel ist ein dreistöckiges Palais mit Empirearchitektur und einer hufeisenförmigen Grundform, das aus einem Mittelteil und zwei Seitenflügeln an der Währinger Straße besteht. Die Räume verbinden klassische Proportionen mit aufwendigen Innenausstattungen.
Auf dem Areal stand eine 1748 für den Hofjuwelier Josef Friedrich Schwab errichtete Villa; der Bankier Jakob Friedrich van der Nüll erwarb sie 1807 und ließ sie im Empire-Stil umbauen, um seine Sammlungen unterzubringen. Sir Henry Wellesley, britischer Botschafter und Bruder des Herzogs von Wellington, kaufte 1826 Haus und Garten um 28.400 Gulden und erweiterte das Palais. Fürst Konstantin Adam Czartoryski erwarb es 1832/1834 und gab seine Bilder und Miniaturen zum öffentlichen Besuch frei. Die Stadt Wien kaufte das Anwesen 1912, 1957 wurde das Gebäude abgerissen.
Fürst Konstantin Adam Czartoryski öffnete seine Gemälde- und Miniaturensammlung für die Öffentlichkeit und veranstaltete Hauskonzerte, bei denen Hector Berlioz und Franz Liszt auftraten. Ein eigenes Theater führte deutsche und französische Klassiker in der Originalsprache auf. Die Wiener nannten das Gebäude „Czartoryski-Schlössel“.
Das Palais existiert nicht mehr: Es wurde 1957 abgerissen, bis 1959 entstand auf dem Areal eine Schule für körperbehinderte Kinder, die 1989 nach Hans Radl benannt wurde. Die Adresse ist Währinger Straße 175–181 im 18. Bezirk Währing, erreichbar mit der Straßenbahn entlang der Währinger Straße. Suchen Sie das Schulgebäude, kein Palais.
Bevor das Gebäude seine Besitzer wechselte, wurden wertvolle eingelegte Türen und Holzfußböden entfernt und nach Galizien transportiert, wo sie während des Ersten Weltkriegs zerstört wurden. Dieser Verlust zeigt, wie Kunstwerke durch Kriege in der Region verloren gingen.
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