Vindobona, Römisches Militärlager in Wien, Österreich
Vindobona ist eine römische Militärsiedlung im ersten Bezirk von Wien, Österreich, deren Überreste unter modernen Straßen und Plätzen liegen. Die Anlage umfasste rechteckige Lagergebäude, Verwaltungsräume und mehrere Wachtürme entlang der Donauuferbefestigung.
Das Lager entstand im Jahr 100 nach Christus, als römische Truppen die Nordgrenze der Provinz Pannonien sicherten. Die Garnison blieb bis ins fünfte Jahrhundert bestehen und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsposten zwischen der römischen Welt und germanischen Gebieten.
Der römische Name leitet sich von keltischen Wurzeln ab und bedeutet vermutlich "weiße Siedlung", was sich auf die hellen Kalksteinbauten bezog. Besucher sehen heute unter dem Michaelerplatz erhaltene Mauerfundamente und können im Römermuseum nachvollziehen, wie Legionäre in den Mannschaftsbaracken wohnten.
Die antiken Fundamente am Michaelerplatz sind frei zugänglich und durch Glasabdeckungen von oben sichtbar. Das Römermuseum am Hohen Markt zeigt weitere Ausgrabungen und erfordert einen Museumsbesuch während der Öffnungszeiten.
Marcus Aurelius vollendete hier vermutlich Teile seiner philosophischen Schrift "Selbstbetrachtungen", während er gegen nördliche Stämme kämpfte. Der Kaiser starb in dieser Grenzfestung im Jahr 180, was sie zu einem bedeutenden Ort der römischen Philosophiegeschichte macht.
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