Thiersee, Naturdenkmal See in Tirol, Österreich
Der Thiersee ist ein 25 ha großer See auf 616 m Seehöhe in den Brandenberger Alpen, bis zu 12 m tief, in einem vom Maistaller Berg und Pendling umschlossenen Kessel. Zwölf kleine Zuflüsse speisen ihn, entwässert wird er über den 700 m langen Thierseebach in die Thierseer Ache. Eine Promenade umrundet das Ufer, am Nordufer liegt ein Strandbad, am Westufer ein Campingplatz.
Der See wurde erstmals in Urkunden von 1461 und 1474 genannt, als er kleinadeligen Herren aus der Gegend gehörte. 1751 verkaufte ihn der Verwalter der Hofmark Mariastein an den Baumann zu Schröck, dessen Hofname den früheren Namen Schröckensee oder Schrecksee begründete. 1775 gehörte er Matthias Hofer und wurde mit Hechten, Schleien, Haseln und Karpfen besetzt und zum Fischfang genutzt. 1930 wurde er zum Naturdenkmal erklärt.
Der Name Thiersee kommt vermutlich vom mittelhochdeutschen „Tier“, das ein wildes Tier bezeichnete, und verweist auf den Wildreichtum der Wälder im Tal. Von 1932 bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg fanden auf dem zugefrorenen See Eisrennen und Skijörings mit Motorrädern statt, woran sich ältere Bewohner von Vorderthiersee erinnern.
Der See liegt auf 616 m Höhe im Zentrum von Vorderthiersee und ist mit dem Auto oder dem Regionalbus von Kufstein durch das Tal erreichbar. Am Nordufer befindet sich ein Strandbad, dazu ein Ruder- und Tretbootverleih; am Westufer liegt ein Campingplatz. Die Badewasserqualität wurde 2016 als ausgezeichnet bewertet, von Jänner bis März ist der See regelmäßig vereist.
Zwölf kleine Bäche speisen den See, großteils aus dem Pendlingmassiv; sein Abfluss, der 700 Meter lange Thierseebach, führt zur Thierseer Ache und weiter zum Inn. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert hieß der See auch Schröckensee oder Schrecksee, nach dem Hof Schröck, dessen Besitzer ihn 1751 kaufte.
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