Basilika Maria Loretto, Barockpfarrkirche in Loretto, Österreich.
Die Basilika Maria Loretto ist eine barocke Pfarr- und Wallfahrtskirche des 17. und 18. Jahrhunderts, die zwischen dem ehemaligen Servitenkloster und einem Kreuzgang steht, in dessen Innenhof die Lorettokapelle liegt. Die breite zweigeschoßige Doppelturmfassade hat Pilaster, ein mittiges Hauptportal mit Eisenbeschlägen aus Wien von 1691 und Nischen mit der hl. Barbara, den heiligen Königen Stephan und Ladislaus sowie zwei Kirchenvätern. Im Inneren öffnen sich vier Schiffsjoche unter einem Tonnengewölbe mit Stichkappen über korbbogige Arkaden zu Seitenkapellen.
Eine 1431 erbaute Kapelle wurde vermutlich 1529 von den Türken zerstört. Um 1644 ließ Rudolf von Stotzingen eine Kapelle nach dem Vorbild der Lorettokapelle in der Wiener Augustinerkirche errichten und stiftete eine Nachbildung der Schwarzen Muttergottes von Loreto. Franz Nádasdy legte 1651 den Grundstein für Kloster und Kirche nach Plänen Anton Rieblers; die Kirche wurde 1659 geweiht, 1683 von den Türken zerstört, unter Fürst Paul Esterházy wiederaufgebaut und 1707 erneut konsekriert. 1787 wurde das Kloster aufgehoben und die Wallfahrt verboten; seit 1964 betreuen die Oblaten der Jungfrau Maria den Ort.
Die Wallfahrt begann mit einer um 1644 von Rudolf von Stotzingen gestifteten Kopie der Schwarzen Muttergottes von Loreto. 1787 wurde sie mit der Klosteraufhebung verboten und lebte im 19. Jahrhundert wieder auf. Seit 1964 betreuen die Oblaten der Jungfrau Maria (OMV) den Ort.
Die Kirche steht zwischen dem ehemaligen Servitenkloster und dem Kreuzgang, in dessen Innenhof die Lorettokapelle liegt; der Kreuzgang befindet sich an der Westseite der Kirche. Das Schiff umfasst vier Joche unter einem Tonnengewölbe, seitlich öffnen sich Kapellen hinter korbbogigen Arkaden. Die Zweiturmfassade liegt zum Platz hin, die Sakristei hinter dem Hochaltar.
Bei einer Renovierung im Oktober 2016 wurde im Altar der Gnadenkapelle eine 300 Jahre alte Marienstatue entdeckt, auf Sand gebettet unter der steinernen Altarplatte. Haupt und Jesuskind waren während der Türkenkriege 1683 abgeschlagen worden; der Sand bewahrte die originale Farbe, was Statue und Haupt für Kunsthistoriker wertvoll macht. Nach einer Restaurierung durch das Bundesdenkmalamt soll sie nach Loretto zurückkehren.
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