Bürgerwehr, Befestigungsanlage auf dem Mönchsberg in Salzburg, Österreich
Die Bürgerwehr ist eine Wehranlage auf dem Mönchsberg, die sich über etwa 190 Meter erstreckt und die westlichen Stadtmauern mit den mittelalterlichen Befestigungen am Fuße des Berges verbindet. Die Struktur umfasst mehrere Türme und war mit Gräben versehen, um die Stadt zu schützen.
Die Bürgerwehr entstand etwa 1465–1480 als Teil der zweiten Stadtbefestigung Salzburgs, in der Amtszeit des Bürgermeisters Hans Glavenberger ab 1482. Anlass waren die ersten Bauernunruhen, die zunehmende Türkengefahr und der Konflikt zwischen Kaiser Friedrich III. und Erzbischof Bernhard von Rohr, der Matthias Corvinus von Ungarn unterstützte, während die Bürgerschaft auf der Seite des Kaisers stand. Die Mauer hatte zunächst zwei Türme und einen vorgelagerten Zwinger und wurde wenige Jahrzehnte später zu einer achttürmigen Anlage ausgebaut; die Rückseite der sechs neueren Türme war aus Holz, was noch heute an der Innenseite einiger Türme zu sehen ist. Ein hölzerner gedeckter Wehrgang auf den Wehrmauern wurde bei einem Brand 1822 großteils zerstört.
Im nordöstlichen Teil der Bürgerwehr besteht seit 1863 ein Restaurant, früher Zur Bürgerwehr, heute Stadtalm. Seit 1950 führen die Naturfreunde es zusammen mit einer kleinen Jugendherberge. Zwei der Türme sind heute noch bewohnt.
Die Bürgerwehr liegt auf dem Rücken des Mönchsbergs über der Salzburger Altstadt; im nordöstlichen Teil befinden sich das Restaurant Stadtalm und eine kleine Jugendherberge. Eine 1892 von der Stadt errichtete Treppe führt von der Riedenburg durch die Lodronsche Mauer am Westhang hinauf. Der Wehrgraben vor der vorderen Wehrmauer ist großteils eingeschüttet und mit Gehölz bewachsen, das die Sicht auf die Anlage von außen verstellt.
Nach 1575 diente ein Turm als Gefängnis für Arbeiter, die an der Instandhaltung der Befestigung eingesetzt wurden. Diese doppelte Nutzung zeigt, wie die Anlage sowohl militärische als auch Verwaltungsfunktionen erfüllte.
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