Klein Maria Dreieichen, Wallfahrtskapelle in Hollabrunn, Österreich
Die Wallfahrtskapelle Klein Maria Dreieichen ist ein dreiseitig geschlossener Bau mit Spitzbogenfenstern, dessen Fassade durch Mauerfaschen gegliedert ist und einen klassizierenden Portalrisalit besitzt. Errichtet wurde sie 1869 vom Baumeister Johann Gassalek aus Zogelsdorfer Stein; der Altar steht über dem Wurzelstock der dreistämmigen Eiche. Die Kapelle ist der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht.
Die Kapelle entstand an einem Ort, wo zwischen 1784 und 1800 ein Marienbild auf eine Eiche mit drei Stämmen platziert wurde, die lange eine Pilgerstätte markierte. Das religiöse Bild selbst hat eine noch längere Geschichte und wurde später an diesen Ort gebracht.
Der Ort zieht Pilger aus der Region an, die hier zur Verehrung Mariens kommen und die Tradition der Andacht an diesem besonderen Platz pflegen. Die Kapelle ist Zeugnis der volkstümlichen Frömmigkeit, die bis heute in der lokalen Gemeinschaft lebendig ist.
Die Kapelle liegt an der Straße nahe Groß, umgeben von Buden mit Devotionalien, Andenken, Speisen und Getränken. Eine 1931 errichtete und am 4. Oktober geweihte Sakristei ermöglicht es, hier die Beichte abzunehmen. Die seelsorgliche Betreuung obliegt dem Stift Altenburg; Hauptfeste sind das Fest Sieben Schmerzen Mariens und Christi Himmelfahrt.
Die heute in der Kapelle verehrte Pietà ist nicht die ursprüngliche: Die am 28. August 1870 hierher übertragene spätgotische Pietà wird im Museum Hollabrunn aufbewahrt. Sie war 1640 bei den Aufräumungsarbeiten in Groß, das die Schweden verwüstet hatten, unbeschädigt gefunden worden. Ein Brand am Altar zerstörte 1908 die geschnitzte Holzstatue, das Gnadenbild blieb erhalten.
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