Burg Deutschlandsberg, Mittelalterliche Burg und Museum in Deutschlandsberg, Österreich
Burg Deutschlandsberg ist ein Schloss in Deutschlandsberg, Österreich, das heute ein Museum mit acht Ausstellungsbereichen beherbergt. Der Komplex verbindet den mittelalterlichen Wehrturm mit ehemaligen Wohngebäuden und zeigt dort regionale Funde aus verschiedenen Epochen.
Siedlungsspuren auf dem Plateau des Tanzplatzes reichen bis in die jungsteinzeitliche Lasinjakultur (ca. 3900–3300 v. Chr.) zurück, später folgten hallstatt- und latènezeitliche Funde. Um 970 schenkte Kaiser Otto I. das Gebiet dem Erzbistum Salzburg, das in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts einen steinernen Hauptturm errichten ließ und ihn den Ministerialen von Lonsberg übergab; 1153 ist ein Fridericus de Lonsberch als Burggraf belegt. 1185 und 1188 scheint die Burg als castrum Lonsperch in Urkunden auf, 1292 wurde hier der Landsberger Bund geschlossen.
Der Name der Burg geht auf die Salzburger Ministerialenfamilie der Lonsberger zurück, 1153 mit dem Burggrafen Fridericus de Lonsberch belegt, im selben Jahr wurde eine dem Hl. Laurentius geweihte Messkapelle eingerichtet. Eine unter Hans Jacob von Kuenburg 1597 begonnene und 1607 vollendete Burgkapelle war dem Hl. Ruprecht, dem Salzburger Schutzpatron, geweiht. Im mittelalterlichen Teil befand sich bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Rittersaal mit Deckenmalerei einer Schlacht des Dreißigjährigen Krieges.
Die Burg liegt auf einem 511 m ü. A. hohen Felsvorsprung über der Laßnitz, zu erreichen zu Fuß von Deutschlandsberg am Fuß des Burgberges. Die Anlage steht unter Denkmalschutz; Wege und der Bereich des mittelalterlichen Turms sind zu Fuß über unebenes, ansteigendes Gelände zu erkunden.
Die Grabungen von 2015 und 2016 auf dem Burgberg erbrachten 47.940 Keramikfragmente, darunter 4.756 Rand- und 2.634 Bodenstücke, sowie mehrere tausend Tierknochen. Die ältesten Funde stammen vom Tanzplatz, einer ebenen Stelle nordöstlich der Burg, mit Material der jungsteinzeitlichen Lasinjakultur aus der Zeit um 3900–3300 v. Chr.
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