Faniteum, Denkmalgeschütztes Kloster in Hietzing, Österreich
Das Faniteum ist ein Kloster mit Schutzstatus in Hietzing, das klassische Renaissance-Merkmale kombiniert. Der Bau zeigt eine zentrale Kuppel über einer Kapelle, korinthische Säulen in der Arkadenhalle und Fassaden mit Loggien sowie Säulengängen.
Karl Graf Lanckoroński stiftete das Faniteum im Andenken an seine zweite Frau Franziska „Fani“ von Attems-Heiligenkreuz (1861–1893) als Rekonvaleszentenheim für Mädchen, dessen Kapelle er als ihr Mausoleum bestimmte. Der Schweizer Architekt Emanuel La Roche erbaute die Anlage 1894 bis 1896; Amand Louis Bauqué und Albert Emilio Pio gestalteten sie 1899 um und erweiterten sie. 1938 beschlagnahmte die Luftwaffe das Gebäude, von 1945 bis 1948 nutzte es die britische Besatzung, 1974 erwarben die unbeschuhten Karmelitinnen es und richteten das Kloster St. Josef ein; Walter Hildebrand erweiterte die zweiflügelige Anlage 1976 bis 1977 zu vier Trakten.
Die Kapelle birgt in der Lünette über dem Hauptportal ein steinernes Relief italienischer Herkunft aus dem frühen 16. Jahrhundert; die Vorhalle ist in Blickrichtung des Stephansdoms ausgerichtet. In einem über ein venezianisches Fenster erreichbaren Nebenraum steht ein Marmorgrabstein der Familie Lanckoroński aus der Zwischenkriegszeit. Im Korridor des Ostflügels befinden sich Wandmalereien der Sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit von Wilhelm Steinhausen aus den Jahren 1895/1896.
Das Faniteum steht am Gemeindeberg in Ober-St.-Veit, am Hanschweg 1 beim St. Veiter Tor des Lainzer Tiergartens; dorthin führen die Straßen den Hügel hinauf. Der Trakt aus dem 19. Jahrhundert zeigt zur Straße seine Loggia und Pfeilerarkaden. Da seit 1974 der Konvent der unbeschuhten Karmelitinnen hier lebt, ist die Klausur nicht zugänglich; Besucher sehen nur die Außenseite.
Die Arkadenvorhalle der Kapelle mit korinthischen Säulen ist in Blickrichtung des Stephandoms ausgerichtet, und in ihrer Lünette sitzt ein italienisches Steinrelief vom Anfang des 16. Jahrhunderts. In der Gruft unter dem Kuppelzentralbau liegt Franziska „Fani“ von Attems-Heiligenkreuz begraben, die 1893 starb.
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