Schlingerhof, Gemeindewohnanlage in Floridsdorf, Österreich
Der Schlinger-Hof ist eine Wohnanlage mit etwa 478 Wohnungen in mehreren Gebäuden an der Brünner Straße 34-38, deren Fassaden Merkmale der frühen Architektur des 20. Jahrhunderts zeigen. Die geräumigen Innenhöfe bieten grüne Flächen und schaffen eine offene Struktur innerhalb der dicht bebauten Nachbarschaft.
Die Anlage wurde zwischen 1924 und 1926 von den Architekten Hans Glaser und Karl Scheffel gebaut und ersetzte eine frühere Gasanstalt auf dem Gelände. Im Februar 1934 wurde das Areal Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen sozialistischen Milizen und Bundeswehrkräften, was die Komplexität dieser Zeit widerspiegelt.
Die Anlage ist nach Anton Schlinger benannt, dem ersten Sozialdemokraten, den die Bevölkerung Floridsdorfs 1905 nach der Eingemeindung in den Wiener Gemeinderat entsandte. In den Bau wurde ein großer Marktplatz integriert, auf dem 1926 der Floridsdorfer Markt, der „Schlingermarkt“, eröffnete und den Markt Am Spitz ersetzte. Traditionell befindet sich hier zudem ein Sektionslokal der Floridsdorfer SPÖ und der Jungen Generation Floridsdorf.
Die Anlage liegt an der Brünner Straße 34–38 in Floridsdorf, und auf dem integrierten Marktplatz findet der Floridsdorfer Markt (Schlingermarkt) statt. In der ehemaligen Bücherei befindet sich heute ein Kulturankerzentrum, in ehemaligen Werkstätten liegen Ateliers. Den Kindergarten hat die MA 10 aufgegeben; heute nutzt ihn das Antonia-Stockinger-Lokal der lokalen KPÖ.
Beim Artilleriebeschuss am 13. Februar 1934 wurde bewusst nur nicht-explosive Übungsmunition verwendet; der Beschuss forderte offenbar keine Todesopfer. Die 13 an diesem Tag erschossenen Menschen starben später, als beim Abtransport von 350 gefangenen Schutzbündlern zum 400 Meter entfernten Polizeikommissariat in die Kolonne geschossen wurde.
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