Burg Kühnring, Mittelalterliche Burgruine in der Region Waldviertel, Österreich
Burg Kühnring ist eine Burgruine am Standort der heutigen Pfarrkirche Kühnring in Burgschleinitz-Kühnring. Erhalten sind nur wenige große Mauerteile und ein Teil des Burggrabens. Die Mauern sind mehrere Meter stark, einige versetzte Blöcke liegen um etwa 90 Grad gedreht, während die ehemalige Burgkapelle, heute die Kirche, daneben unversehrt steht.
Hadmar I. von Kuenring ließ die Burg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts an der Stelle einer Kapelle errichten, die sein Großvater Azzo von Gobatsburg Ende des 11. Jahrhunderts gestiftet hatte. Im 13. Jahrhundert war sie im Besitz von Eufemia von Kuenring-Pottendorf. Um 1460 setzte sich Johann Götzesdorfer mit etwa tausend ehemaligen Söldnern in der verwaisten Burg fest; Wolfgang Kadawer, Pfleger von Eggenburg, vertrieb ihn und zerstörte die Burg. 1463 gestattete Kaiser Friedrich III. ihm das Dorf, ein Zeichen, dass die Burg öde lag.
Die einstige Burgkapelle, geweiht von Bischof Altmann von Passau, wurde nach der Zerstörung der Burg zur Pfarrkirche von Kühnring und erhielt beim Umbau 1660 ihr heutiges Erscheinungsbild. Der Name Kühnring lebt in der Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring weiter, und die Kirche dient der Pfarre noch heute am Ort der Kuenringerburg.
Das Gelände ist innerhalb der Gemeindegrenzen von Burgschleinitz-Kühnring leicht zugänglich und die vier erhaltenen Mauerabschnitte sind deutlich sichtbar. Besucher sollten berücksichtigen, dass die Ruinen mit religiösem Leben verbunden sind und der Friedhof ein aktiver Teil der Stätte bleibt.
Die Art der Zerstörung ist bis heute rätselhaft: Mehrere Meter starke Mauerteile wurden weggeschleudert und dabei um 90 Grad gedreht, die benachbarte Kapelle blieb unversehrt. Die Quellen vermuten nur, dass Bohrlöcher, Holzbalken und Wasser verwendet wurden. Heute zeugen nur wenige große Mauerteile und ein Teil des Burggrabens von der Anlage.
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