Herz-Jesu-Kirche, Pfarrkirche in Wels, Österreich.
Die Herz-Jesu-Kirche ist eine neuromanische Pfarrkirche im Welser Stadtteil Neustadt. Außenmauern, Türme und Innensäulen bestehen aus Neuhauser und Mauthausner Granit in Zyklopen-Technik, die Innenmauern und Gewölbe aus gebrannten Ziegeln. Das dreischiffige Langhaus wird westlich von zwei je 73,5 Meter hohen Türmen flankiert; die Vierung deckt ein oktogonales Zeltdach mit spitz auslaufender Laterne und Kreuz.
Wels verzeichnete im 19. Jahrhundert starkes Bevölkerungswachstum, weshalb im Norden der Stadt die Neustadt erschlossen wurde. Stadtpfarrer Josef Flotzinger bat die Diözese Linz um eine Kirche für die Neustädter, Bischof Franz Maria Doppelbauer unterstützte den Plan, und um 1900 bildete sich ein Kirchenbauverein. 1905 erfolgte die Grundsteinlegung, finanziert zur Gänze aus Spendengeldern; 1907 fand im unvollendeten Bau der erste Gottesdienst statt. Nach Plänen von Matthäus Schlager wurde die Kirche 1911 fertiggestellt und von Bischof Rudolph Hittmair konsekriert.
Der Platz um die Kirche heißt Flotzingerplatz, benannt nach Josef Flotzinger, dem Welser Pfarrer, der den Bau initiierte. Die Kirche wurde zur Gänze aus Spendengeldern finanziert, und als Grundstein diente ein Stein, den Pilger aus Oberösterreich vom Ölberg in Jerusalem mitgebracht hatten. Erzherzogin Marie Valerie nahm an der Feierlichkeit 1905 teil.
Die Kirche steht am Flotzingerplatz im Stadtteil Neustadt, umgeben von einem Park; die Adresse gilt für den Platz und die beiden angrenzenden Gebäudefronten. Die beiden Türme sind 73,5 Meter hoch. Der Innenraum ist weitgehend schmucklos; zentral ist das Apsisgemälde von Alfred Stifter.
Die Kirche ist in das österreichische Denkmalbuch aufgenommen worden und genießt damit den Schutz als kulturelles Erbe. Diese Anerkennung unterstreicht ihre Bedeutung als architektonisches Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts.
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