Königshöhle, Natürliche Kalksteinhöhle in Baden, Österreich
Die Königshöhle liegt im Wolfstal, einem schmalen Graben westlich von Baden in Niederösterreich, auf etwa 350 m Seehöhe am Nordwesthang unter dem Rauhenecker Plateau. Ihr Eingangsportal ist 16 m breit und 3 m hoch, die Höhle reicht 25 m tief. Unter einem vier Meter durchmessenden Fenster in der Decke liegt ein mächtiger Versturzblock.
Die Höhle wurde bereits während der Jungsteinzeit und in der Frühbronzezeit besiedelt, worauf zahlreiche Funde hindeuten. Systematische Grabungen in den 1920er Jahren brachten prähistorische Gegenstände ans Licht, die unser Verständnis dieser frühen Kulturen veränderten.
Die Höhle gab der Badener Kultur ihren Namen, einer jungneolithischen Gruppe, die 1956 der ungarische Archäologe János Banner in einer geschlossenen Abhandlung beschrieb. In der Ascheschicht lagen amphorenartige Gefäße, flache Schüsseln mit abwechslungsreichen Verzierungen, Tassen und Krüge mit hochgezogenen Bandhenkeln sowie Zylinderhalsgefäße mit Schnurösen. Ein Tonlöffel stammt möglicherweise aus der Lengyelkultur.
Der innere Bereich der Höhle ist über einen leicht zugänglichen Eingang begehbar, wobei man festes Schuhwerk wegen des feuchten und unebenen Untergrunds tragen sollte. Besucherinnen und Besucher erfahren mehr über die Ausgrabungen im Rollettmuseum in Baden, das die gefundenen Gegenstände ausstellt.
Zu den Funden zählt ein kupferner Ösenhalsring, eine Schmuckform der frühen Bronzezeit. Außerdem kam ein Münzteil des Kaisers Gratian (359–383) zutage, der jüngste Fund des Platzes. Die Höhle wurde 1973 zum Naturdenkmal erklärt und wird heute zum Bouldern genutzt.
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