St. Bartholomäus, Mittelalterliche Pfarrkirche in Friesach, Österreich
Die Pfarrkirche St. Bartholomäus ist ein spätmittelalterlicher Sakralbau mit zwei Türmen an der Westseite und einem Grundriss, der Basilika-Merkmale aufweist. Der Innenraum wird von rundbögen getragenen Arkaden geprägt, die das Schiff strukturieren und den Blick nach vorne lenken.
Das Bauwerk wurde erstmals 1187 dokumentiert und gehört damit zu den frühen Steinkirchenbauten der Region. Der charakteristische lange Chor entstand in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts und prägt bis heute das Innenbild.
Die Chorfenster bewahren mittelalterliche Glasmalereien: Das Nordfenster zeigt die klugen und törichten Jungfrauen, um 1270–1280 entstanden und 1838 aus der Dominikanerkirche hierher übertragen; das Südfenster Szenen aus dem Leben Christi, um 1325–1338. Eine 1565 von Erzbischof Johann Jakob von Khuen-Belasy gestiftete Wappenscheibe füllt das erste Fenster des südlichen Seitenschiffs.
Die Kirche steht nördlich des Hauptplatzes am Fuße des Petersbergs, die mächtige Doppelturmfassade des Westwerks ist der Stadt zugewandt. Der Eingang liegt im dreifach gestuften Trichterportal; der erhöhte Chor befindet sich östlich hinter dem Langhaus. Zu beachten: Die Seitenschiffe wurden im 17. Jahrhundert hochgeführt, ihre Fenster liegen daher in zwei Geschoßen, und die Obergadenfenster des Mittelschiffs sind von innen verdeckt.
An einem Pfeiler nördlich der Kirche ist eine römerzeitliche Reliefplatte mit der Göttin Minerva angebracht, die in den späteren Bau einbezogen wurde. Der Friedhof um die Kirche wurde 1785 aufgelassen, der romanische Karner 1845 abgetragen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.642 Mitwirkenden weltweit.