Posidonienschiefer, Jurassische geologische Formation in Holzmaden, Deutschland
Der Posidonienschiefer ist eine Formation des Unterjura (Toarcium) aus feinkörnigen bituminösen Ölschiefern und bituminösen Kalksteinen in dünnen, wechselnden Lagen. Ein Schiefer im petrographischen Sinn ist er nicht: Die scheinbare Schieferung ist eine sehr feine Laminierung des Sediments. Er tritt im Südwesten Deutschlands zutage, vor allem bei Holzmaden und Dotternhausen, und heißt in Deutschland Sachrang-Formation.
Die ersten Fossilien aus dieser Formation wurden 1598 von Johannes Bauhin dokumentiert, womit der Beginn einer langen Tradition wissenschaftlicher Untersuchungen markiert wurde. Über die folgenden Jahrhunderte wurden die Schichten intensiv erforscht und haben unser Verständnis des urzeitlichen Meereslebens maßgeblich geprägt.
Der Name stammt von der Muschel Posidonia bronni, heute Bositra buchii, deren Schalen im Gestein häufig sind. Die Bezeichnung ist irreführend, denn das Gestein ist kein Schiefer, sondern ein fein laminierter bituminöser Tonstein. Bei Holzmaden zeigt das Urwelt-Museum Hauff Funde auf 1000 m², und die Petrefaktensammlung im Museum Kloster Banz bewahrt eine weitere Sammlung.
Der Zugang zu fossilhaltigen Schichten ist hauptsächlich in Steinbrüchen und in Museen wie dem Urweltmuseum Hauff möglich, wo man die Funde besichtigen kann. Es empfiehlt sich, die Gegend in den wärmeren Monaten zu besuchen und festes Schuhwerk zu tragen, wenn man Steinbrüche erkunden möchte.
Der Präparator Bernhard Hauff konnte zeigen, dass Stenopterygius eine Rückenflosse und eine Schwanzflosse mit oberem Lappen besaß, Körperteile ohne Skelettstütze, die sonst nicht erhalten bleiben. Hauff registrierte in Holzmaden über 350 Ichthyosaurier, darunter zahlreiche Weibchen, die bei der Geburt oder mit Embryonen im Bauch fossilisiert wurden.
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