Theater im Bunker, Untergrundtheater in Mödling, Österreich
Das Theater im Bunker ist ein Aufführungsort in Mödling, der sich in einem unterirdischen Netzwerk aus Luftschutzstollen befindet. Die Spielstätten erstrecken sich über etwa 930 Meter durch verschiedene Kammern und Gänge, die als Bühnen und Zuschauerräume genutzt werden.
Das Stollensystem unter Mödling wurde in den Kriegsjahren unter anderem von italienischen Zwangsarbeitern errichtet und diente während der rund 160 alliierten Bombenangriffe bis zu 8000 Personen als Zufluchtsort; es galt als der sicherste Luftschutzraum im Süden Wiens. 1999 begann der Regisseur Bruno Max, die ehemaligen Luftschutzstollen mit seinem Theater zum Fürchten als Stationentheater zu bespielen.
Der Ort trägt den Namen des Bunkers, in dem Aufführungen stattfinden, und die Zuschauer erleben dabei die ungewöhnliche Architektur aus der Kriegszeit. Die Produktionen nutzen die unterirdischen Räume auf kreative Weise, um Geschichten und Installationen an verschiedenen Stellen zum Leben zu erwecken.
Der Zugang erfordert eine vorherige Anmeldung, da die Aufführungen in Kleingruppen durch die unterirdischen Gänge stattfinden. Die konstante Temperatur unter der Erde bleibt kühl, daher ist warme Kleidung praktisch, und die Besichtigung erfordert Trittsicherheit sowie Bereitschaft, sich auf unebenem Untergrund zu bewegen.
Das Publikum erlebt nicht einfach nur eine Vorführung auf einer Bühne, sondern wird selbst Teil einer räumlichen Inszenierung, die den gesamten Bunker nutzt. Der Weg durch die Tunnel wird zur Performance, wobei verschiedene Szenen und künstlerische Interventionen an unerwarteten Stellen auftauchen.
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