Schloss Ernstbrunn, Mittelalterliche Burg in Ernstbrunn, Österreich
Schloss Ernstbrunn ist eine Burganlage in Ernstbrunn, Niederösterreich, die auf einem Kalksteinfelsen mit steilen Hängen errichtet wurde. Die Anlage verfügt über vier Innenhöfe und ist von einem weitläufigen Park umgeben.
Um 1180 wird ein Heinrich de Ernstbrunne in einer Klosterneuburger Urkunde als Zeuge genannt; die mittelalterliche Kernburg auf ihrem Kalkfelsen stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Rudolf Graf von Sinzendorf ließ das Vorschloss zwischen 1672 und 1677 barock ausbauen, wie sein von zwei Löwen gehaltenes Wappen über dem Rundbogenportal zeigt. Ab den 1770er-Jahren baute Reichsfürst Prosper von Sinzendorf die Anlage zum Schloss aus, mit Benedict Henrici als Architekt und Bildhauer und Jacobus Wanderl im Inneren; mit ihm starben die Sinzendorfer 1822 aus.
Seit 1828 gehört das Schloss dem Fürstenhaus Reuss, als Heinrich LXIV. von Reuß-Köstritz die Herrschaft nach einem langwierigen Erbschaftsstreit übernahm; die Familie bewohnt es bis heute. Im in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts angelegten Garten sind ein Tempelbrunnen, eine Nikesäule namens „Schwarze Gretl“, ein Obelisk zu Ehren Feldmarschalls Gideon von Loudon und ein Monument für Kanzler Franz Josef von Saurau erhalten.
Das Schloss liegt in einem Wald nordwestlich des Ortszentrums von Ernstbrunn, oberhalb von Dörfles, nicht im Ort selbst. Es ist ein privater Wohnsitz der Fürsten Reuss, daher sind nur die Außenansicht und die Umgebung zugänglich. Der frühbarocke Brunnen mit 16 Wappen steht direkt vor dem Tor.
Der frühbarocke Brunnen vor dem Tor trägt 16 Wappen: vier oben am Schaft unterhalb der Brunnenschale und zwölf paarweise am Rand des sechseckigen Beckens. Sie zeigen die Ahnen des Bauherrenpaares Rudolf Graf von Sinzendorf und Eva Susanna Gräfin von Zinzendorf und Pottendorf.
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