Wienertor, Mittelalterliches Befestigungstor und Museum in Hainburg an der Donau, Österreich
Das Wiener Tor ist ein mittelalterliches Befestigungstor in Hainburg an der Donau mit zwei unterschiedlichen Bauphasen, die noch heute deutlich erkennbar sind. Der untere Teil besteht aus massiven Steinen und dient als Wehrturm, während das obere Stockwerk eine später hinzugefügte gotische Erweiterung zeigt.
Das Wienertor geht auf zwei große Bauphasen des 13. Jahrhunderts zurück: ein Doppelturmtor in einer der Stadtmauer vorgelegten Zwingeranlage, datiert um 1225/65, möglicherweise unter Herzog Leopold VI. begonnen. Bautypus, dossierter Sockel, Fallgatter und übermannshohe Schießscharten folgen französischer Befestigungsarchitektur. Die frühgotischen Obergeschoße entstanden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wohl durch König Ottokar um 1265; ein Balken wurde im Winter 1265/66 gefällt.
Das Tor trägt in seiner Architektur Spuren verschiedener Handwerkstraditionen, die Besucher an den Steinmetzmarken und erhaltenen Details ablesen können. Die Sammlung zeigt Gegenstände aus Zünften und dem lokalen Handwerk, die den Alltag der Stadt über Jahrhunderte widerspiegeln.
Das Tor steht am Westrand der Hainburger Altstadt, dort wo die Straße nach Wien den ummauerten Kern verlässt, und ist vom Hauptplatz aus zu Fuß erreichbar. Die Durchfahrt ist gepflastert und eben, die oberen Geschosse sind jedoch nur über Stiegen erreichbar, deren mittelalterliche Stufen und Schwellen uneben sind. Von außen ist das Tor jederzeit zu sehen.
Zwei frühgotische Ritterskulpturen wurden vermutlich um 1260/90 nachträglich in die Buckelquader über der Durchfahrt gearbeitet. Ihre ursprüngliche Aufstellung ist bis heute ungeklärt, und die Langbogenscharten auf der Feldseite waren nie für eine tatsächliche Verwendung eingerichtet.
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