Schloss Kuenburg, Rokoko-Schloss in Tamsweg, Österreich.
Schloss Kuenburg ist ein zweigeschoßiges Barockpalais in Tamsweg, östlich der Pfarrkirche an der Straße nach Mauterndorf. Die Hauptfassade hat im ersten Obergeschoß neun Fenster, verputzte Eckquaderungen und schlichte barocke Fensterrahmen. Das Portal mit flachem Bogen liegt asymmetrisch nahe der linken Kante, gerahmt von Stuckvasen und -trophäen unter dem Allianzwappen Kuenburg-Rollingen.
Christoph III. von Kuenburg, 1556 als Pfleger von Moosham eingesetzt, begann Güter im Lungau zu kaufen; mehrere seit dem 15. Jahrhundert belegte Häuser wurden zu einem Palais umgebaut, das 1598 fertig war. Der Marktbrand von 1742 beschädigte den Bau schwer, der durch den Lambrechter Baumeister Fidelis Hainzl als Barockpalais neu errichtet wurde. 1681 wurde ein Fideikommiss eingerichtet, 1812 unter bayerischer Herrschaft aufgehoben, aber bis 1954 wirksam; dann kaufte die Marktgemeinde Tamsweg das Schloss.
Das Allianzwappen Kuenburg-Rollingen am Eingangstor schuf 1746 der Salzburger Kunstschmied Philipp Hinterseer, gekrönt von einer Eisenkrone. Im Inneren bewahrt der zentrale Saal im ersten Stock die Stuckwappen beider Familien; im angrenzenden Raum hängen gemalte Ansichten der Schlösser Neukirchen und Moosham, die Johann Lederwasch zugeschrieben und um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden sind.
Das Gebäude ist heute ein Kulturzentrum der Stadt mit einer öffentlichen Bibliothek und Proberäumen für Musikgruppen. Besucher sollten sich vorher über aktuelle Öffnungszeiten informieren, da es vor allem als Arbeitsstätte genutzt wird.
Das prachtvolle Eingangsportal trägt ein originales schmiedeeisernes Wappenschild, das die Verbindung zweier Adelsfamilien durch eine Heirat im 18. Jahrhundert zeigt. Dieses Detail ist für die meisten Besucher kaum sichtbar, verdient aber genauere Aufmerksamkeit.
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