Paul-Speiser-Hof, Städtische Wohnhausanlage in Floridsdorf, Wien, Österreich
Der Paul-Speiser-Hof ist ein Wohnkomplexbestand aus drei separaten Blöcken, die von Leopold Bauer, Karl Scheffel, Ernst Lichtblau und Hans Glaser entworfen wurden. Die Anlage bildet eine zusammenhängende Wohnsiedlung mit unterschiedlichen architektonischen Lösungen in den einzelnen Baukörpern.
Ab 1929 entstand der Bau teils auf dem Grundstück des Floridsdorfer Athletik-Clubs, teils auf dem aufgeschütteten Gebiet der Donauregulierung von 1870–1875. Hans Glaser und Karl Scheffel errichteten den ersten Bauteil, Ernst Lichtblau den zweiten (1930–1931), Leopold Bauer schloss den dritten 1931–1932 ab. Im Februar 1934 war der damalige FAC-Hof ein Stützpunkt des Schutzbundes; Regierungstruppen setzten Minenwerfer ein und zerstörten ihn teilweise.
Während der Februarkämpfe 1934 hieß die Anlage noch FAC-Hof: Schutzbundkämpfer verteidigten sie vom Nordbahndamm und den Schrebergärten aus gegen die Truppen des Dollfuß-Regimes, Polizei und Militär mussten sich gewaltsam Zutritt verschaffen, Minenwerfer zerstörten den Bau teilweise. Eine Gedenktafel in der Freytagstraße erinnert an Paul Speiser (1877–1947), den Lehrer und sozialdemokratischen Vizebürgermeister, nach dem der Hof 1948 benannt wurde.
Die Anlage liegt nahe der U6- und S-Bahn-Station Floridsdorf; der erste Bauteil liegt am Broßmannplatz, die weiteren Blöcke erstrecken sich entlang der Freytaggasse und der Franklinstraße. Ab 1988 wurden Aufzüge eingebaut, und die Sanierung 1997–2000 schloss die Blöcke an die Fernwärme Wien an, was die Heizkosten senkte. In der Freytagstraße erinnert eine Gedenktafel an Paul Speiser.
Der zweite Baukörper enthält einen vierstöckigen Innenhof in quadratischer Form mit verglasten Loggien und Balkonen, ein besonderes Merkmal von Architekt Ernst Lichtblau. Dieses Design schafft einen geschützten Raum, der Licht und Luft in die Wohnungen bringt und gleichzeitig Privatheit bietet.
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