Schloss Hanfelden, Renaissanceschloss in Pölstal, Österreich.
Schloss Hanfelden ist ein Renaissanceschloss im Pölstal mit vier Flügeln über drei Geschosse, die einen Arkadenhof mit kunstvollen architektonischen Details verschiedener Bauepochen einschließen. Die Strukturen zeigen Merkmale aus verschiedenen Phasen der Umgestaltung und bieten Einblick in die Entwicklung von Wehrbau zu Wohnschloss.
Caspar Han, Mautpächter am Triebener Tauern, begann möglicherweise um 1410 mit einem Ansitz, der dem Ort seinen Namen gab. 1494 ließ Hans Han der Jüngere, von König Maximilian I. belehnt, einen öden Hof wiederaufbauen; Maximilian ist im Oktober 1506 in Unterzeiring urkundlich belegt. 1579 verkaufte die Familie Han an Hans Rauchenberger, der der Anlage ihre frühbarocke Gestalt gab. Nachdem die protestantischen Rauchenberger 1629 das Land verlassen mussten, wechselte der Besitz oft und das Schloss war zu Beginn des 18. Jahrhunderts baufällig; 1856 erwarb Franz Xaver Neuper es, seine Nachkommen besitzen es noch heute.
Der Name des Schlosses stammt von der Familie Han(n), Mautpächter am Triebener Tauern, die hier ihren Ansitz errichtete; Hans Han der Jüngere wurde von König Maximilian I. mit dem Gut belehnt und begann 1494 mit dem Wiederaufbau. Die Maximiliansstube verdankt ihren Namen einer rund ein Jahrhundert nach dem Aufenthalt Maximilians angebrachten Inschrift, die den Besuch des Königs in Zeiring festhält; der Erzählung nach wohnte er um 1475 drei Monate auf Hanfelden, um die Arbeiten an der abgesoffenen Silbermine von Oberzeiring zu überwachen.
Schloss Hanfelden liegt im Ortsteil Unterzeiring der Gemeinde Pölstal im Bezirk Murtal in der Steiermark, auf rund 983 Metern Seehöhe. Das Gebäude gehört den Nachkommen von Franz Xaver Neuper, der es 1856 erwarb, und ist daher nicht allgemein zu besichtigen. Die umliegenden Hänge steigen zu einem 1.397 Meter hohen Gipfel etwa einen Kilometer nördlich an.
Seit 2016 untersucht das Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien unter Prof. Claudia Theune das Schloss gemeinsam mit dem interdisziplinären Arbeitskreis Schloss Hanfelden. Dendrochronologie und Bauforschung deuten darauf hin, dass der erste Wohnturm erst um 1500 entstand; die ältere, schriftlich belegte Bebauung war wohl ein verlassener Hof. Die Grabungen sind Forschungsarbeit und keine für Besucher geöffnete Ausgrabung.
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